Aktueller Goldkurs

05.12.19, 11:20 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Weniger ein Rohstoff, denn ein universeller Vergleichsmaßstab

Es gibt einige Missverständnisse rund um das Edelmetall und dessen Preis: Dessen Schwankungen werden zu gern auf normale Marktmechanismen zurückgeführt, die wiederum die Stabilität der jeweiligen Währung voraussetzen – weit gefehlt.

Welcher Mengenzuwachs ist der größte? Das ist hier die Frage!

Allein ein Vergleich der Bestandsmengen zeigt schon auf, wie irrig diese Annahme ist: Im Gegensatz zur Geldmenge erweist sich der Goldbestand nämlich als ausgesprochen konstant. Einerseits ist die in der Erdkruste vorhandene Menge gelben Edelmetalls nicht veränderbar, andererseits werden jährlich rund 2.600 Tonnen Gold gefördert. Das mag zunächst viel klingen, doch auf die Gesamtmenge betrachtet erweist sich der Zuwachs mit 1,5 Prozent jährlich aus durchaus übersichtlich. Stellen wir diese Zuwachsrate anderen Rohstoffen, die seit Jahrhunderten abgebaut werden, oder gar der Geldmenge gegenüber, relativiert sich das Ganze sehr schnell: Gold erweist sich unter dem Strich als Konstante – und das im Gegensatz zu Kupfer, Eisenerz und vor allem den zahlreichen Währungen wie US-Dollar und Euro, deren Menge in den letzten Jahrzehnten geradezu explodiert ist.

Perspektivwechsel erforderlich: Gold als Vergleichsgrundlage

So empfiehlt es sich also, das Edelmetall in den Fokus zu nehmen und als Maßstab zu verwenden. Die Erkenntnisse sind überraschend: Während Gold über Jahrhunderte hinweg seinen Wert behielt, variierte in erster Linie die Menge der Rohstoffe, die dafür zu erwerben waren. Im Gegenteil, einige Rohstoffpreise sind im Vergleich zu Gold geradezu kollabiert. Betrachten wir auf die Zeit ab den Napoleonischen Kriegen, verlieren die Rohstoffe im Verhältnis zu Gold rund 0,8 Prozent ihres Wertes – und das pro Jahr. Gleichzeitig steigen die Rohstoffpreise in US-Dollar. Daraus folgt: Gold hat sich auch über Jahrhunderte hinweg als besseres Mittel erwiesen, die Kaufkraft eines Vermögens abzusichern. Heute erhalten Sie für eine Feinunze Gold naturgemäß deutlich mehr an Rohstoffen, als dies noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts möglich war. Selbst für Rohstoffe können Sie heute mehr an Konsumgütern erwarten als vor 200 Jahren. Wie sieht das aber mit den Währungen aus?

Stichwort Inflation – die ist keineswegs nur ein Phänomen, das sich auf die Finanzen bezieht. Natürlich ist es ärgerlich, wenn vorhandene Geldvermögen sukzessive und unaufhaltsam ihren Wert verlieren. Vor allem in Zeiten extrem niedriger Zinsen verschärft sich das Problem noch, wie wir es nun seit einigen Jahren erleben. Inflation nagt aber auch an der Stabilität einer Gesellschaft und zehrt an deren Kräften. Und an dieser Stelle kommt wieder das Edelmetall ins Spiel: Auch wenn der Goldpreis teilweise deutlich schwankt, denken wir nur an die knapp 1.900 US-Dollar für die Feinunze zurück, erweist er sich doch auf lange Sicht als ausgesprochen stabil – und das Edelmetall somit als echte Alternative.