Aktueller Goldkurs

12.12.18, 13:44 Uhr (GMT)

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Goldpreis weiter unter Druck – US-Dollar nimmt Fahrt auf

Nicht einmal die bedrohlichen globalen Krisen schaffen es, den Goldpreis effektiv zu unterstützen. Im Gegenteil, in den letzten Stunden sackte er wieder auf knapp über 1.180 US-Dollar für die Feinunze durch – Ursache ist der starke US-Dollar.

Die alte Wechselwirkung: Kräftiger US-Dollar schwächt Gold

Konnte sich der Goldpreis zu Beginn der Handelswoche noch über 1.200 US-Dollar je Feinunze behaupten, lag dies nicht zuletzt an den Verschärfungen im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China: Am Montag waren neue US-Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten. Daraufhin konterte China mit Sonderzöllen auf US-amerikanische Waren im Wert von 60 Milliarden US-Dollar und legte die bilateralen Handelsgespräche zunächst wegen dieser wirtschaftlichen Erpressung auf Eis.

Mitte der Handelswoche stand jedoch ein weiterer Zinsschritt in den USA an, die FED hielt an ihrem Plan fest und erhöhte den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Das Zinsniveau stieg somit wieder über das Inflationsziel von zwei Prozent hinaus. Gleichzeitig fiel auf der FED-Presskonferenz ein verändertes Vokabular auf: Von einer akkomodativen Geldpolitik war nämlich nicht mehr die Rede, sondern vielmehr wurden für die nächsten 15 Monate weitere vier Zinsschritte und ein weiterer bis zum Ende des Jahres 2020 angekündigt. Das Ziel: ein Leitzins von 3,5 Prozent. Die Reaktionen kamen prompt, der US-Dollar zog an, der Goldpreis geriet unter Druck. Allerdings blieben sonstige Preissteigerungen aus, was einen Blick auf die Details so wichtig macht.

EU als Unterstützer für die US-Währung

Der Greenback profitiert derzeit nämlich auch von den wachsenden Unsicherheit in Bezug auf die Europäische Union: In Italien bahnt sich ein richtungsweisender Streit an, der sich um die Höhe des Defizits im für 2019 aufgestellten Haushaltsplan dreht. Sowohl die Lega als auch die 5-Sterne-Bewegung, die derzeit die italienische Regierung stellen, wollen demnach deutlich über die vom parteiunabhängigen Minister für Wirtschaft akzeptierte Höchstgrenze von 2,4 Prozent hinausgehen – die Diskussionen sind also vorprogrammiert. Zwar gab es zwischenzeitlich Dementis zu den Rücktrittsgerüchten, nach denen der Wirtschaftsminister diese Politik nicht mittragen wolle, doch werden aktuell die weit auseinander gehenden wirtschaftspolitischen Ansätze deutlich.

Vor diesem Hintergrund wird auch die Entwicklung im Goldpreis verständlich: Im Zuge der FED-Zinsanhebung ging der Preis für Gold zunächst auf 1.190 US-Dollar für die Feinunze zurück, um sich relativ schnell wieder zu erholen. Allerdings konnte die Marke von 1.200 US-Dollar nicht gehalten werden, als der Euro im Verhältnis zum US-Dollar fiel und den Goldpreis in Euro auf mehr als 1.020 Für die Feinunze steigen ließ. Es bleibt also spannend.