Aktueller Goldkurs

23.09.19, 22:06 Uhr (GMT)

1.387 Euro | 1.524 USD

Goldpreis weiter aufwärts: Was können Anleger für 2019 noch erwarten?

Experten sehen den Goldpreis auf dem Weg in Richtung 1.500 US-Dollar für die Feinunze. Die Rahmenbedingungen scheinen ihnen Recht zu geben, zumal Gold sich bereits ordentlich verteuert hat.

Gold wird teurer – wie weit wird der Preisanstieg gehen?

Zentralbanken kaufen zunehmend Gold, die Zinsen sinken erneut und die geopolitische Situation auf dieser Welt gibt durchaus Anlass zur Sorge: Vieles spricht für einen steigenden Goldpreis, der die Marke von 1.400 US-Dollar für die Feinunze schon vor zwei Wochen mit Bravour gemeistert hat. Dafür dürften in erster Linie die Befürchtungen im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum verantwortlich zeichnen, die nicht zuletzt durch die schwelenden und keineswegs abflauenden Handelskonflikte befeuert werden. Auch das mit Spannung erwartete Zusammentreffen von US-Präsident Trump und Präsidenten Xi im Rahmen des G-20-Gipfels konnte keine echte Entspannung bringen. Die internationalen Aktienmärkte bleiben zwar (noch) positiv, aber die Gespräche müssen fortgesetzt werden. Die nächsten wichtigen Termine sind daher der APEC-Gipfel und der sich anschließende nächste G-20-Gipfel. Was bis dahin geschieht, lässt sich noch gar nicht überblicken.

Mit Spannung wird nun die FED beobachtet, derzeit verdichten sich die Vorzeichen eines Zinssenkungsschrittes für Ende Juli – es fragt sich nur, ob um 25 oder 50 Basispunkte. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen bewegt sich um 2%, was vergleichswese wenig ist. Der Blick nach Europa eröffnet eine noch schlechtere Situation, die eine weitere Lockerung der Geldpolitik wahrscheinlich macht. Europäische Staatsanleihen rentieren nämlich gar nicht mehr, im Gegenteil: Für die zehnjährige deutsche Staatsanleihe generieren Investoren -0,33%, für französische -0,06% und für österreichische -0,05%. Warum also Währungen halten, wenn das unter dem Strich auch noch Geld kostet? Eine Änderung ist nicht in Sicht, die aktuellen Stimmungsindikatoren für die Industrie bewegen sich in Deutschland seit Anfang dieses Jahres konsequent unter 50 Punkten – und damit im kontraktiven Bereich.

Sinnvolle Alternative und Beimischung: Physisches Gold

Für Gold ist der Boden also bereitet, denn die Anzahl der risikotragenden Anlageklassen ist begrenzt. Wie die Umsatzzahlen zeigen, sind die Zentralbanken seit geraumer Zeit in diesem Bereich aktiv – allen voran die chinesische und die russische Notenbank. Was für die Währungshüter richtig ist, kann für Privatanleger nicht falsch sein: Wenigstens zehn Prozent ihres Portfolios sollten Sparer ohnehin in Gold investieren, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Wichtig ist, sich auf physisches Gold zu fokussieren und das auch eigenständig, aber sicher zu lagern. Da Angesichts des Goldpreisanstiegs Gewinnmitnahmen zu erwarten sind, die den Preis wieder etwas drücken, können Anleger diese Sprünge intelligent für den Einstieg nutzen.