Aktueller Goldkurs

12.12.18, 13:50 Uhr (GMT)

1.095 Euro | 1.246 USD

Goldpreis: Was für eine verrückte Woche!

Ein “Fat Finger” eröffnet diese Handelswoche für Gold, Mario Draghi drückte wieder auf den Goldpreis und tendiert das Edelmetall wieder abwärts – es bleibt wirklich spannend.

Es war wohl eine falsche Buchung: “Fat Finger” verkauft 56 Tonnen Gold

Innerhalb einer Minute mehr als 1,8 Millionen Feinunzen Gold zu veräußern, das kommt mit Sicherheit nicht alle Tage vor – so geschehen Anfang dieser Woche. Der Sturz auf 1.236 US-Dollar für die Feinunze fiel zwar mit der Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex zusammen, der auf ein Rekordhoch geklettert war, allerdings ist ein Zusammenhang mehr als fraglich. Bislang wirkten sich diese Kennzahlen kaum auf den Goldpreis aus. Wahrscheinlicher ist ein “Fat Finger”, also ein Buchungsfehler im Futures-Markt New York. Die Erholung kam innerhalb eines Tages, auch wenn die Statistikbehörde Hongkongs nur moderate chinesische Goldimporte in Höhe von 45 Tonnen vermeldete. Zum Vergleich: Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Rückgang um 40 Prozent, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum immerhin ein Minus von 60 Prozent.

Konferenz der EZB: Ausstieg aus expansiver Geldpolitik – aber ganz langsam

Den nächsten Schlag erhielt der Goldpreis von Mario Draghi verpasst, als dieser in Portugal den Anfang vom Ende der ultralockeren EZB-Geldpolitik verkündete. Die Anleihen wurden prompt abverkauft und setzten zu einer Rallye an, der Euro geriet unter Druck – aber nicht lange. Man habe ihn “überinterpretiert”, lautete die Interpretation unter Insidern – allein es fehlt wohl der Glauben, dass die Zinsanhebung erst nach Abschluss des Anleihekaufprogramms erfolgen soll. Hier spricht schon Bank of England dagegen, die bei derselben Veranstaltung in Person ihres Chefs höher Zinsen ankündigte.

Wie geht es weiter mit dem Goldpreis?

Bislang profitierte Gold vom schwachen US-Dollar, davon kann im Moment nicht die Rede sein: Jeder Preisanstieg wird abverkauft und zur Gewinnmitnahme genutzt. Kurzfristig aufgestellte Anleger sollten dementsprechend vorsichtig sein, denn erst bei einem kräftigen Anstieg über 1.260 US-Dollar für die Feinunze ließe sich die jüngste Korrektur als kleine Bereinigung einordnen. Dann stünden auch die Aussichten für einen Sprung auf 1.270 US-Dollar je Feinunze recht gut. Ob derzeit allerdings schon von einer Bodenbildung zu sprechen ist, bleibt ungewiss. Noch zeigen die Charts, dass ein Einbruch auf 1.214 und auch 1.200 US-Dollar je Feinunze möglich ist.

Für die Anleger, die in Gold eher ein Sicherheitspolster sehen, sind die kurzfristigen Schwankungen weniger interessant: Angesichts der zunehmenden Diskussionen um Bargeldabschaffung und vielen anderen Unsicherheitsfaktoren mehr ist der Erwerb von physischem Gold geradezu eine Notwendigkeit, um auch im Ernstfall flexibel und liquide zu bleiben.