Aktueller Goldkurs

22.03.19, 09:29 Uhr (GMT)

1.152 Euro | 1.312 USD

Goldpreis: Wann ist Bodenbildung abgeschlossen?

Es war wieder eine Woche der Seitwärtsbewegung, der Goldpreis kommt nicht vom Fleck: Seit Mitte April hat er in der Spitze rund 150 US-Dollar je Feinunze verloren. Der starke US-Dollar verhindert aktuell den entscheidenden Impuls. Wie geht es weiter?

Die wichtigen Marken für den Goldpreis

Bislang blieben sämtliche Erholungsversuche vergeblich, aber die Chancen stehen gar nicht so schlecht: Die wichtige Zone bei 1.204 US-Dollar je Feinunze, die das Tief aus dem Juli 2017 markiert, wurde getestet – und hat gehalten. Neben einigen anderen Indizien deuten auch die COT-Daten darauf hin, dass es in absehbarer Zeit einen Trendwechsel geben könnte: Die Anzahl der Netto-Long-Positionen hat drastisch abgenommen. In der Vergangenheit kam es in der Folge immer wieder zu einem kräftigen Anstieg des Goldpreises. Es ist nur eine Frage der Zeit – und die kann derzeit kein Experte beantworten.

Gold-Anleger sollten die Kursentwicklung im Blick behalten: Der erste Widerstand wartet bereits bei 1.220 US-Dollar für die Feinunze, die nächste ernstzunehmende bei 1.245 US-Dollar. Doch dieser Goldpreis dürfte noch unsicher sein, erst die wichtige Marke von 1.267 US-Dollar wird darüber entscheiden, ob sich ein Aufwärtstrend durchsetzen kann. Im Umkehrschluss gilt ein Preis von 1.192 US-Dollar je Feinunze Gold als wichtige Unterstützung, die unbedingt gehalten werden sollte.

Das Umfeld für Gold – Geduld ist gefragt

Der Preis für das Edelmetall wird von einem jüngst im Verhältnis zum Euro erstarkten US-Dollar ebenso belastet wie von der relativ schwachen Nachfrage: Wie das World Gold Council meldet, wurden im zweiten Quartal deutlich weniger als 1.000 Tonnen Gold umgesetzt. Im gesamten ersten Halbjahr war die Goldnachfrage so schwach wie seit 2009 nicht mehr, insbesondre die Gold-ETFs und die Käufe durch die Zentralbanken gingen im vergangenen Quartal drastisch zurück. Offenbar lockten US-Aktien und vor allem US-Bonds mit Renditen, die aus Investorensicht ganz einfach attraktiver waren.

Es stellt sich jedoch die Frage, wie lange diese Stimmung noch anhalten kann: Bislang konnten die teilweise drastischen verbalen Auseinandersetzungen im Handelskonflikt zwischen den USA, der EU und China noch keine gravierenden Erschütterungen an den Börsen auslösen. Insbesondere in den Vereinigten Staaten profitieren Konjunktur und Unternehmensergebnisse deutlich von der Steuerreform, nicht zuletzt die FED nimmt dies zum Anlass, weitere Zinsanhebungen einzuplanen. Doch einige Indikatoren malen ein anderes Bild, vor allem auch in Deutschland sind die Spuren des Handelskonfliktes nicht zu übersehen: Der ifo-Geschäftsklimaindex ging zurück, einige Unternehmen, wie zum Beispiels Daimler, sprachen eine Gewinnwarnungen aus – die Folgen sind noch nicht abzusehen. Es kann also durchaus schnell gehen, dass sich die Stimmung an den Märkten dreht. Dann wird Gold wieder interessant.