Aktueller Goldkurs

05.12.19, 11:20 Uhr (GMT)

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Goldpreis unter Druck: Kann das Edelmetall die Rallye fortsetzen?

Bereits in der letzten Handelswoche musste das Edelmetall kräftig Federn lassen, auch die neue bringt keine Entspannung. Nun muss es Stehvermögen zeigen – hier die wichtigsten Fakten im Überblick.

Zweck-Optimismus oder tatsächliche Entspannung im Handelskrieg?

Ende der letzten Woche durchbrach der Goldpreis sogar das Oktober-Tief und in der Folge auch die 100-Tage-Linie bei rund 1.475 US-Dollar für die Feinunze – doch auch da war noch nicht Schluss mit der Korrektur, die erst bei 1.460 US-Dollar je Feinunze eine Pause einlegte. Unter dem Strich hat das Edelmetall also allein in der Vorwoche rund 50 US-Dollar je Feinunze oder drei Prozent eingebüßt. Nur der Preissturz vor zweieinhalb Jahren war noch drastischer. Was war also passiert? Allein die Hoffnung, dass es zumindest ein Teilabkommen zwischen den beiden Streitparteien USA und China kommen könnte und sich somit ein Ende der beiderseitigen Strafzölle abzeichnet, hat den globalen Aktienmärkten erheblichen Auftrieb verliehen. Hier werden am laufenden Band neue Rekordmarken gesetzt, was den sicheren Anlage-Alternativen einen schweren Stand beschert. Die Rendite für US-Anleihen über zehn Jahre kletterte in der Folge auf knapp zwei Prozent, diese Region hatten die Papiere seit Anfang August nicht mehr gesehen.

Allerdings zeigten sich dann zu Beginn der neuen Handelswoche erhebliche Zweifel an einer tatsächlichen Entspannung im Handelskrieg, nachdem US-Präsident Trump am Wochenende wieder ein Statement abgegeben hatte: Die Berichte darüber, dass die beiderseitigen Strafzölle Schritt für Schritt zurückgenommen werden könnten, seien schlichtweg nicht richtig. Der Goldpreis konnte zunächst profitieren und erholte sich auf 1.466 US-Dollar für die Feinunze – jedoch hielt diese Stabilisierung nicht lange an: Mit Eröffnung der US-Börsen geriet der Goldpreis erneut unter Druck und rutschte wiederum unter 1.460 US-Dollar je Feinunze. Diese Marke gilt als wichtige Unterstützungslinie, die das Edelmetall möglichst schnell wieder zurück erobern sollte. Die nächste Linie findet sich bei 1.445 US-Dollar für die Feinunze: Kann sich der Goldpreis wieder erholen und in Richtung 1.500 US-Dollar je Feinunze bewegen, dann ist auch die Fortsetzung der Rallye wahrscheinlich. Anders stellt sich die Situation dar, sollte, der Goldpreis noch weiter fallen: Die nächsten Ziele wären dann 1.411 und in der Folge 1.377 US-Dollar für die Feinunze.

Fazit

Angesichts der weiter schwelenden Konflikte, die die Marktteilnehmer nur allzu gerne ausblenden, spricht vieles für Gold. Unentschlossene Anleger sollten die Preisentwicklung ebenso im Blick behalten wie die Meldungen zum Handelskrieg – hier könnten sich kurzfristig interessante Einstiegsszenarien eröffnen. Für langfristig aufgestellte Anleger gehört Gold ohnehin ins Portfolio, daran ändern auch derartige Korrekturen nichts.