Aktueller Goldkurs

17.10.19, 05:59 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Turbulenzen schüren Ängste bei Investoren

Auch wenn sich der Goldpreis in den letzten Tagen etwas leichter präsentiert hat, konnte er die Marke von 1.500 US-Dollar je Feinunze zurückerobern. Nicht zuletzt die Angriffe auf saudische Ölanlagen haben das Marktvertrauen erschüttert.

Globale Wirtschaft: Notenbanken lockern (erneut) Geldpolitik

Zunächst gab der Preis für das Edelmetall deutlich nach, zu stark erwiesen sich die Aktienmärkte – und das unabhängig von den wirtschaftlichen Aussichten, die die großen Notenbanken zum Handeln zwingen. Die EZB lockerte wiederum ihre Geldpolitik, erhöhte den Strafzins für Banken und kündigte den verstärkten Ankauf von Anleihen an. Naturgemäß wertete daraufhin die europäische Gemeinschaftswährung im Verhältnis zum Greenback ab und zog den Goldpreis mit sich nach unten. Doch Goldanleger mussten nicht lange um ihre Investments fürchten: Einerseits haben die EZB-Maßnahmen den Druck auf die FED erhöht, nun gleichsam die nächsten Zinssenkungen anzugehen, andererseits gibt die internationale Lage gibt durchaus Anlass zur Sorge.

Asymmetrische Kriegsführung: Kleiner Drohnenangriff, fatale Wirkung

Die Meldung erschütterte nicht nur die Märkte, die mit rasant steigenden Ölpreisen reagierten. Es war insbesondere diese Art der Kriegsführung die das Vertrauen erschütterte: Mit im Vergleich geringen Aufwand konnte durch einen Drohnenangriff die Hälfte der saudi-arabischen Ölproduktion lahmgelegt werden – das sind nicht weniger als fünf Prozent der globalen Ölproduktion. Damit rückt ein elementares Thema wieder in den Fokus, nämlich die Sicherheit der globalen Energieversorgung schlechthin, um die es offensichtlich nicht allzu gut bestellt ist. Im Gegensatz dazu handelt es sich beim Handelskrieg um ein psychologisches Kräftemessen mit dem Ziel, die Dominanz auf diesem Globus zu behaupten bzw. zu erringen. Auch wenn es nach wie vor noch keine gesicherten Erkenntnisse zur Herkunft der Drohnen gibt, ist die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und Saudi-Arabien einerseits und dem Iran, China und Russland ganz real andererseits gestiegen.

Die Märkte reagieren: Die Anzahl der Netto-Long-Positionen auf das Edelmetall waren zuletzt auf rund 247.700 Kontrakte gefallen, was einem Rückgang von rund 15 Prozent entspricht. Allerdings dürfte sich dieser Trend nun wieder verändern, denn während die Aktienmärkte ebenso wie der US-Dollar Federn lassen mussten, haben die Rohstoffmärkte kräftig angezogen. Gold konnte in der Folge wieder deutlich über die Marke von 1.500 US-Dollar je Feinunze klettern, offenbar suchen Investoren Schutz für ihre Vermögen. Auch wenn einige Analysten erwarten, dass bei einer ausbleibenden Eskalation der Preis für das Edelmetall wieder sinken dürfte, sind die Folgen des Drohnenangriffs doch deutlich komplexer: Die Fragilität der gesamten Weltwirtschaft wurde eindrucksvoll demonstriert und das dürfte im Anlegerbewusstsein Spuren hinterlassen.