Aktueller Goldkurs

17.12.18, 11:40 Uhr (GMT)

1.099 Euro | 1.240 USD

Goldpreis: Steht ein Pullback bevor?

Erneut geriet der Goldpreis unter Druck und rutschte teilweise unter die wichtige Marke von 1.200 US-Dollar für die Feinunze – konnte sich jedoch schnell wieder erholen. Das sich eröffnende Potenzial ist durchaus interessant.

Die wichtigen Marken beim Goldpreis – so könnte es weitergehen

Vom April-Top bei 1.365 US-Dollar ist der aktuelle Goldpreis weit entfernt, fünf Monate in Folge ging es mehr oder weniger nach unten – um ganze 7,9 Prozent. Der jüngste Rückfall unter die Marke von 1.200 US-Dollar für die Feinunze zeigt ganz klar, die Gefahren sind noch nicht gebannt. Sollte diese Linie nämlich nachhaltig nach unten durchbrochen werden, liegt der nächste Halt erst bei 1.180 US-Dollar je Feinunze – in der Folge kann der Goldpreis sogar bis auf 1.160 US-Dollar für die Feinunze fallen. Wie immer gibt es jedoch zwei Seiten: Der Rücksetzer eröffnet natürlich auch neue Investitionschancen.

Sollten nun die Notierungen wieder durchstarten, könnte es schnell weiter nach oben gehen. Die nächsten wichtigen Marken liegen dann bei 1.212 US-Dollar und in der Folge 1.225 US-Dollar je Feinunze. Sind diese Hürden geschafft, winkt erst eine Widerstandszone bei 1.237 US-Dollar je Feinunze, bevor mit 1.290 US-Dollar die 200-Tages-Linie wieder in Schlagdistanz rücken könnte.

Analyse: Warum ist der Goldpreis überhaupt gefallen?

Ein Blick zurück zeigt auf, dass es einige wesentliche Impulse gab, die dem Goldpreis seit dem Frühjahr so zu schaffen machen: der starke US-Dollar, spekulative Verkäufe und natürlich die schwachen Währungen in den Schwellenländern. Hier spielt natürlich der sich zuspitzende Handelskonflikt eine wichtige Rolle, aber auch die im freien Fall befindliche türkische Währung und die willkürlich erscheinende US-Sanktionspolitik ziehen die Schwellenländer in einen Strudel. Mit den Zinserhöhungen der FED wird diese Entwicklung noch auf die Spitze getrieben, was vor allem den großen Goldnachfragern wie Indien oder China die Möglichkeiten beschneidet: In den lokalen Währungen ist der Goldpreis nämlich noch immer nicht so stark gefallen, was die sonst das Preisniveau stützende Nachfrage weiter bremst.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich die Spekulanten, die weiterhin auf einen fallenden Goldpreis wetten. Die Short-Positionen stiegen nach CFTC-Angaben Mitte August auf 188.000 Kontrakte und damit auf Rekordniveau. Seit Ende Juni hat sich die Anzahl nämlich verdoppelt, während sich die Long-Positionen kaum vom Fleck bewegt haben. Es ist ungewöhnlich, dass die Anleger netto-short gehen. Aber auch das Volumen ist bemerkenswert, denn innerhalb der letzten sieben Wochen wurde Papier-Gold von zwischenzeitlich fast 260 Tonnen gehandelt, was der durchschnittlichen Quartalsnachfrage nach physischem Gold weltweit entspricht. So schwierig die Situation sich auch darstellt, es braucht nicht viel, um den Goldpreis kräftig nach oben zu treiben – schon die beginnende Glattstellung der Short-Positionen reicht dazu aus.