Aktueller Goldkurs

14.11.19, 08:32 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Prognosen werden nach oben geschraubt – ist das realistisch?

Angesichts der aktuellen Entwicklungen haben sich die Goldexperten mit neuen Prognosen für den Goldmarkt gemeldet – und die haben es in sich. Goldanleger sollten sich die Argumente zu Herzen nehmen, hier schlummert Potenzial.

Goldpreis bald über 2.000 US-Dollar für die Feinunze?

Die Goldexperten der Bank of America haben mit ihren Erwartungen für den Goldpreis erneut für Schlagzeilen gesorgt: Bislang galten 1.400 US-Dollar für die Feinunze als Jahresendziel, allerdings wurde dies durch die Realität schon vor einiger Zeit kassiert. Gold notiert aktuell bei 1.531 US-Dollar je Feinunze und behauptet damit die Marke von 1.500 US-Dollar je Feinunze bereits seit Anfang August. Vor diesem Hintergrund ist das neue Kursziel vielleicht etwas plausibler: Die Bank of America sieht nämlich 2.300 US-Dollar je Feinunze als durchaus realistisch an – das wäre eine Sensation.

Die Begründung ist gut nachzuvollziehen: Einerseits wird von den Experten natürlich der Handelskrieg zwischen den USA und China angeführt, dieses fatale Spiel aus Sanktionen und Gegensanktionen wirkt sich bereits auf alle großen Volkswirtschaften aus. Auch wenn immer wieder Entspannungssignale ausgesendet werden und sich ein Hoffnungsschimmer abzeichnet, braucht es mit schöner Regelmäßigkeit nicht lange, bis eine neue Eskalation einsetzt. Allerdings ist dies nicht der einzige Aspekt, der für einen weiter steigenden Goldpreis spricht.

Abwertungsspirale bei Papierwährungen – alles spricht für Gold

Angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft sind nämlich neue geldpolitische Maßnahmen der Zentralbanken rund um den Erdenball zu erwarten, erste Zinssenkungen greifen bereits um sich – und die Geldvermögen noch stärker an. So ist es nur folgerichtig, wenn Gold im Verhältnis zu 73 Währungen neue Allzeithochs verzeichnen kann. Mit einem Wort: Papierwährungen werten nicht nur gegeneinander, sondern vor allem gegenüber dem Edelmetall ab, wie der Goldpreisanstieg in US-Dollar eindrücklich belegt. An dieser Entwicklung konnten selbst die im Verhältnis zu den Erwartungen starken Wirtschaftsdaten aus dem Einzelhandelssektor der USA ändern, zumal die US-Arbeitsmarktdaten die Furcht vor einer Rezession befeuerten.

Nun stellt sich die Frage, welche Kreise diese Politik ziehen wird: 2001 hatten wurde der Schuldenausfall in Argentinien noch als Einzelfall bewertet, allerdings konnte sich das südamerikanische Land nicht nachhaltig erholen. Der Peso ist in den letzten beiden Jahren drastisch gefallen – der Goldpreis hingegen im Verhältnis zur Landeswährung um über 800 Prozent gestiegen. Anleger sollten also nicht nur den Goldpreis im Blick behalten, sondern vor allem die Relation zur jeweiligen Papierwährung. Denn: Auch die Industrieländer sind angeschlagen, es zeichnet sich bereits jetzt ein harter Abwertungskampf zwischen den Währungen ab, um die eigenen Exporte möglichst billig an den Mann bringen zu können. Und das zu Lasten der Kaufkraft der jeweiligen Papierwährung – aber eben auch zugunsten des Goldpreises.