Aktueller Goldkurs

14.11.19, 08:34 Uhr (GMT)

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Goldpreis profitiert: Konjunktur schwächelt, geopolitischen Konflikte eskalieren

Gold legt ein furioses Comeback hin, auch wenn es natürlich immer wieder zu Rücksetzern kommt, die auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürften. Die Marke von 1.500 US-Dollar je Feinunze muss nun behauptet werden – die Vorzeichen stehen nicht schlecht.

Goldpreis seit Ende Juni im Aufwärtskanal

Es waren einerseits die Zinssenkungen der FED, andererseits die sich erhöhenden Spannungen, die den Mittleren Osten zu einem Pulverfass machen: Investoren zogen sich wieder verstärkt in den sicheren Hafen, den physisches Gold darstellt, zurück und trieben damit den Preis für das Edelmetall über die Marke von 1.500 US-Dollar für die Feinunze. Die Geldpolitik von FED und EZB ließ die Renditen für US- und EU-Staatsanleihen nochmals sinken – und zwar unter null. Zunächst wichen Anleger in Aktien aus und trieben deren Kurse nach oben. Die Freude hielt jedoch nicht lang, denn die großen Indizes mussten Federn lassen: Sowohl der Dow Jones als auch der DAX korrigierten deutlich, seit die Wirtschaftsdaten in den jeweiligen Volkswirtschaften immer stärker in Richtung Rezession zeigen. Selbst Deutschland, seit Jahren Wirtschaftslokomotive der EU, rutscht ab – und die Auftragsbücher geben ebenso Anlass zur Sorge wie die Einbrüche beim Frachtverkehr, die Europas Flughäfen melden, oder die steigende Anzahl der Ausfälle von Unternehmenskrediten in der EU.

Dann sind da noch die Krisenherde, die jederzeit eskalieren können: Die Situation um den Iran ist ebenso wenig geklärt wieder Handelskrieg zwischen den USA und China, die schließlich die beiden wichtigsten Volkswirtschaften dieser Welt darstellen. Insbesondere die Handelsstreitigkeiten sind dazu beschaffen, den konjunkturellen Abschwung noch weiter zu beschleunigen. US-Präsident Donald Trump hat bereits neue Strafzölle angekündigt, China will kontern – und auch die EU könnte in diese Auseinandersetzung gezogen werden.

Steht ein heißer Herbst bevor?

Schon die wesentlichen Personalien in der Europäischen Union bergen einiges an Zündstoff: Christine Lagarde, die künftig die EZB-Geschicke leiten wird, dürfte die ultralockere Politik ihres noch amtierenden Vorgängers Mario Draghi fortsetzen. Dieser leitet schon im September weitere Hilfsmaßnahmen für EU-Banken ein. In Italien zeichnen sich weitere Streitigkeiten ab, nachdem die Regierungskoalition geplatzt war. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist und bleibt Großbritannien, Ende Oktober geht mal wieder eine Frist für den Brexit zu Ende. Wie Boris Johnson als neuer britischer Premierminister die Gefahr eines ungeordneten EU-Austritts abwenden will, bleibt nach wie vor sein Geheimnis. Allein dieser kleine Ausschnitt macht klar, dass Gold für viele Anleger wieder interessanter werden könnte – vor allem in physischer Form. Investoren sollten die Entwicklung des Goldpreises im Blick behalten, um einen günstigen Zeitpunkt zum Einstieg zu erwischen – hier ist durchaus noch Luft nach oben.