Aktueller Goldkurs

19.03.19, 09:28 Uhr (GMT)

1.150 Euro | 1.306 USD

Goldpreis mit angezogener Handbremse – Richtungsentscheidung fällig

Das Edelmetall zeigt sich durchaus stabil über 1.300 US-Dollar je Feinunze, was nicht zuletzt dem zwischenzeitlich schwächelnden US-Dollar geschuldet war. Aber auch das globale Umfeld spricht für ein Investment in Gold – der Preis steigt.

Gold profitiert von globalen Konfliktfeldern

In Spanien brodelt es, Ministerpräsident Sanchez steht unter Beschuss, es könnte relativ schnell zu Neuwahlen kommen. Die wiederum könnten den EU-Kritikern Auftrieb geben. Auch in Großbritannien spitzt sich die Lage zu, Premierministerin May verliert eine Parlamentsabstimmung nach der anderen – und das vor allem wegen fehlender Zustimmung in ihren eigenen Reihen. Die Gefahr eines ungeordneten Brexits wird immer größer.

Aber auch auf der anderen Seite der Welt bleibt es spannend: Der Government Shutdown in den USA wurde zwar de facto beendet, allerdings sind die Probleme keineswegs vom Tisch – US-Präsident Trump ruft den Notstand aus, um weiterhin an seinen Mauerbauplänen an der Grenze zu Mexiko festhalten zu können. Wie es aussieht, wollen einzelne Bundesstaaten dagegen Klage erheben. Am Wochenende erwartet Trump von seinem Handelsministerium einen Bericht, ob und inwieweit die Importe von Autoteilen und Autos eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass dies so gesehen wird und deswegen Strafzölle empfohlen werden. Für diese Entscheidung hat Trump 90 Tage Zeit. Die Auswirkungen könnten nicht nur die Autoindustrie zum Beben bringen, sondern auch die Rohstoffmärkte, insbesondere für Platin und Palladium.

Gold reagiert bislang verhalten – wie lange noch?

Vor dem Hintergrund der zahlreichen Konflikte schwankt der Goldpreis zwar, aber er bewegt sich auch stetig aufwärts: Notierte das Edelmetall Anfang Dezember 2018 noch bei 1.230 US-Dollar je Feinunze, konnte es zwischenzeitlich die Marke von 1.320 US-Dollar für die Feinunze wieder zurückerobern. Dafür zeichneten nicht zuletzt die aktuellen Daten aus dem US-Einzelhandel verantwortlich, die deutlich schlechter ausfielen, als zunächst erwartet worden war: Der Einzelhandel ging so stark zurück wie zuletzt im September 2009. Daraus muss die FED den Schluss ziehen, dass eine weitere Zinsanhebung kontraproduktiv wäre.

Goldanleger sollten den sich abbildenden Trendkanal mit den beiden Grenzwerten 1.302 US-Dollar und 1.347 US-Dollar für die Feinunze im Blick behalten: Die nächste wichtige Marke ist demnach 1.326 US-Dollar für die Feinunze. Schafft der Goldpreis diesen Anstieg, könnten 1.400 US-Dollar je Feinunze in den Fokus rücken. Im Gegenzug sollte der Goldpreis die unter Grenze des Trendkanals nicht unterschreiten, um den weiteren Aufwärtstrend nicht zu gefährden. Sollten sich die Meldungen, dass die EZB wirklich neue Unterstützungsmaßnahmen ergreifen will, bestätigen, dürften nicht nur – wie gesehen – die Aktienmärkte profitieren, sondern vor allem auch der Goldpreis.