Aktueller Goldkurs

12.12.18, 09:33 Uhr (GMT)

1.093 Euro | 1.244 USD

Goldpreis kurzzeitig auf Niveau von 2010

Zur Wochenmitte fiel der Goldpreis auf 1.063,55 US-Dollar je Feinunze – und damit auf einen Stand wie im Februar 2010. Trotzdem konnte sich das Edelmetall stabilisieren und sukzessive wieder zum Widerstand bei 1.077 US-Dollar für die Feinunze hocharbeiten.

Offensichtlich ist das Vertrauen in Gold nicht gebrochen, allerdings steht die Zinsanhebung wohl doch bevor – und drückt sowohl den Euro als auch den Goldpreis.

Leichter Hoffnungsschimmer am Horizont – Widerstand durchbrochen

Bangten die Anleger in den letzten Tagen, dass ein langfristiger Keil in den Charts den Goldpreis in Richtung 890 US-Dollar für die Feinunze schicken könnte, hat sich das Edelmetall wacker behauptet: Der Widerstand wurde durchbrochen, aktuell bewegt sich der Kurs um die 1.085 US-Dollar-Marke. Wird dieses Niveau gehalten, könnte eine Aufwärtsbewegung die Erholung einleiten: Die nächsten Marken wären dann 1.090 und in der Folge 1.098 US-Dollar je Feinunze. Bei 1.100 US-Dollar erhöhen sich die Chancen, dass der Goldpreis für die Feinunze wieder auf 1.111 US-Dollar steigt. Als äußerst kritisch wäre das Durchbrechen der Unterstützungen bei 1.068 und 1.065 US-Dollar für die Feinunze – die nächsten Tage werden es zeigen.

Die Preisdrücker – fehlende Inflation und Zinsanhebung

Die FED-Sitzung Ende Oktober brachte zwar keine klare Aussagen, aber eben auch keinen Ausschluss einer Anhebung der US-Leitzinsen im Dezember – die Spekulationen greifen um sich: Reicht die wirtschaftliche Situation in den USA aus, um eine Zinsanhebung zu rechtfertigen? Experten sind sich hier uneinig, die Arbeitsmarktdaten, die nach wie vor mit Vorsicht zu genießen sind, geben ein ebenso unklares Bild ab wie die anderen Indikatoren. Nicht zu verachten ist die Tatsache, dass die Schuldenobergrenze wieder gerissen und deshalb von US-Präsident Barack Obama bis 2017 ausgesetzt worden ist. Mehrausgaben von bis zu 80 Milliarden US-Dollar wurden auf diese Weise genehmigt, sonst hätte den USA Anfang November die Zahlungsunfähigkeit gedroht. Wie drastisch sich auch hier die kleinste Erhöhung der Zinsen auswirken würde, lässt sich leicht vorstellen.

Andererseits fehlt nämlich die Inflation, die die Schuldenlast erträglicher macht: Für Deutschland wurde die Teuerungsrate im Monat Oktober mit 0,3 Prozent und für das laufende Jahr mit 0,22 Prozent angegeben – von den knapp 2 Prozent, die innerhalb der EU festgelegt worden waren, sind wir also weit entfernt. Damit entfällt auch ein wichtiger Grund für ein Investment in physisches Gold, sodass Goldanleger derzeit in erster Linie auf die traditionell hohe asiatische Nachfrage zum Jahresende bauen können – Goldgeschenke gehören dort zum guten Ton, Werthaltigkeit und Sicherheit inklusive.