Aktueller Goldkurs

14.12.18, 22:57 Uhr (GMT)

1.097 Euro | 1.239 USD

Goldpreis in Warteposition: Stabil und mit Aussicht auf mehr

Nach einer kurzen Korrektur auf 1.200 US-Dollar für die Feinunze hat sich der Goldpreis wieder an die Marke von 1.230 US-Dollar je Feinunze herangearbeitet – handelsbedingte Schwankungen inbegriffen. Experten erwarten eine dynamische Erholung.

Gold ist und bleibt sicherer Hafen für Vermögen

Mit seinem Preisanstieg auf fast 1.230 US-Dollar je Feinunze wurde Gold seinem Ruf als sicherer Hafen durchaus gerecht, auch wenn es in der Folge eine leichte Korrektur auf 1.220 US-Dollar für die Feinunze hinnehmen musste – und das bei deutlich fallenden Aktienmärkten, aber eben auch trotz eines starken US-Dollars. In den letzten Tagen blieb es vergleichsweise ruhig, in den USA war Feiertag, es fand also kaum Handel statt. Die US-Konjunkturdaten stärken zwar die US-Währung und setzen somit das Edelmetall unter Druck, aber ein Blick auf die EU dürfte vielen Analysten Sorgenfalten in die Stirn graben.

Der Bericht der EU-Kommission zum italienischen Haushaltsentwurf wird erwartet. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass sich die Fronten zwischen der EU und Italien weiter verhärten, was die gesamte politische Situation zunehmend verschärft. Zu allem Überfluss steigen weltweite Verschuldung, Inflationsraten und in den USA auch die Zinsen – ein gefährlicher Mix. So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Experten von einer Banken- und Finanzkrise XL sprechen: Die globale Gesamtverschuldung ist seit 2008 erneut gestiegen, derzeit zählt die Schuldenuhr fast 250 Billionen US-Dollar – ein Betrag, dessen Rückzahlung praktisch unmöglich ist. Daraus folgt eine Instabilität für das Finanzsystem, das eher einem Kartenhaus ähnelt, an dessen Fundament die riesigen Bestände an Derivaten ebenso nagen wie die Dysfunktionalität des Geschäftsmodells.

Es ist also eine Frage der Zeit, bis es zu Verwerfungen kommt. Schon die anziehende Inflation ist ein starkes Argument für ein Goldinvestment: Die historischen Daten belegen, dass negative Realzinsen, die sich aus dem Abzug der Inflationsrate vom Nominalzins ergeben, für einen Anstieg des Goldpreises optimal sind. Können Anleger nämlich mit festverzinslichen Wertpapieren positive Erträge erwirtschaften, ist Gold nicht attraktiv. Sobald sich das Blatt wendet, wie im Moment, rückt Gold wieder in den Fokus – um den Wert von Geldvermögen zu erhalten.

Zentralbanken am Puls der Zeit: Weitere Goldkäufe im Oktober

Wieder IWF meldet, haben einige Zentralbanken ihre Goldbestände im letzten Monat kräftig aufgestockt, so zum Beispiel die russische Zentralbank um 28 Tonnen, aber auch Kasachstan, die Türkei und Malaysia, das seit Anfang 2017 erstmals wieder als Goldkäufer aufgetreten ist. Die Vorzeichen stehen eindeutig auf Goldpreisanstieg, auch wenn immer kurzfristige Korrekturen drohen können. Goldanleger sollten diese Gelegenheiten nutzen und zukaufen – die Inflation ist nun einmal real.