Aktueller Goldkurs

25.04.19, 14:29 Uhr (GMT)

1.139 Euro | 1.277 USD

Goldpreis im Höhenflug: Wie weit geht das noch?

Mit einem Satz über die Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze: Gold hat schon zum Ende der letzten Handelswoche die entscheidende Hürde genommen. Da ist noch einiges möglich, wie das globale Umfeld verspricht.

Schwacher US-Dollar – anziehender Goldpreis

Es brauchte nur wenige Stunden am Freitagabend, um den Goldpreis um mehr als 20 US-Dollar für die Feinunze nach oben zu katapultieren. Kaum war diese wichtige Grenze genommen, ging es zu Beginn dieser Handelswoche direkt weiter, in der Spitze erreichte das Edelmetall einen Preis von mehr als 1.326 US-Dollar für die Feinunze, bevor es leicht korrigierte. Hierfür zeichneten mit Sicherheit Gewinnmitnahmen verantwortlich. Was war passiert?

Zunächst hatte sich Washington auf eine Ende des Government Shutdowns geeinigt – allerdings nur vorläufig, die Diskussionen müssen nun bis zum 15. Februar abgeschlossen sein. Einen weiteren kräftigen Impuls gab Großbritannien: Das Parlament hatte zwar für neue Verhandlungen mit der EU gestimmt, von dort wurde ein derartiges Ansinnen jedoch abgelehnt. Und dann die FED, die die nächsten Zinsanhebungsschritte erwartungsgemäß ausgesetzt hat, da die Entwicklung der US-Konjunktur nicht belastbar genug ist. Abzuwarten ist nun noch der Arbeitsmarktbericht, der einem weiteren Goldpreisanstieg einen Dämpfer verpassen könnte – aber es warten weitere gegenteilige Faktoren.

Es stehen nämlich weitere Verhandlungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China an, ein Ergebnis ist hier überhaupt noch nicht abzusehen: Die USA und der chinesische Telekom-Konzern Huawei tragen einen ganz eigenen Kampf aus, der mit Sicherheit nicht zur Deeskalation beiträgt. Darüber hinaus darf Venezuela nicht aus dem Blick verloren werden, hier zeichnet sich eine Staatskrise ab, die sich weit über die Grenzen hinaus auswirken könnte. Auf der anderen Seite sind da die Entwicklungen am Finanzmarkt nicht zu vergessen. Der US-Dollar ist tendenziell schwächer geworden, was für sämtliche Rohstoffe von Vorteil ist: Sie können günstiger eingekauft werden. Und das haben in den letzten Monaten vor allem die Notenbanken ausgenutzt: Ganze 651,5 Tonnen wanderten 2018 in die Tresore der Zentralbanken, das sind 74 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die nächsten wichtigen Marken für den Goldpreis

Der Goldpreis hat das Juni-Top von 1.307 US-Dollar für die Feinunze quasi im Vorbeigehen genommen, notiert er doch aktuell bei knapp 1.320 US-Dollar je Feinunze. Das nächste Ziel wäre demnach das Hoch aus dem letzten Mai von 1.326 US-Dollar je Feinunze. Rein rechnerisch eröffnet sich ein Aufwärtspotenzial von durchaus 50 bis 60 US-Dollar je Feinunze, allerdings wartet hier ein massiver Widerstand bei 1.365 US-Dollar für die Feinunze. Die nächsten Tage könnten also spannend werden.