Aktueller Goldkurs

14.12.18, 22:57 Uhr (GMT)

1.097 Euro | 1.239 USD

Goldpreis: Erwartung und Realität – die Märkte unter Hochspannung

Der Goldpreis mutet etwas lethargisch an, in den letzten Tagen ging es zwischen 1.220 und 1.235 US-Dollar je Feinunze seitwärts. Auch die FED-Sitzung konnte nichts Entscheidendes dazu beitragen – es gab nicht einmal eine Pressekonferenz.

Goldpreis verhält sich (noch) unentschieden

Die Marke von 1.220 US-Dollar für die Feinunze scheint für den Goldpreis eine verbindliche Angelegenheit zu sein – daran konnte auch die Sitzung der FED nichts ändern. Diese hatte sich verzögert, da zunächst die Zwischenwahlen im Fokus standen. Allerdings sind keine Sensationen zu erwarten, sondern eher Vorbereitungen für die wichtige Dezember-Sitzung, die wieder eine Zinsanhebung bringen dürfte. Allerdings wird erwartet, dass die FED etwas zurückhaltender vorgehen könnte, entsprechend euphorisch reagierte die Wall Street – allerdings nur kurz. Sollte die FED nämlich an ihrem bisherigen Kurs festhalten, würden die Aktienmärkte unter Druck geraten.

Auch die Wahlergebnisse spielen eine Rolle, die US-Demokraten konnten zwar die Mehrheit im Abgeordnetenhaus erringen, der Senat bleibt jedoch fest in der Hand der Republikaner. Die Aussichten für weitere Steuergeschenke trüben sich damit ein – auch dies kein gutes Signal für die Aktienmärkte. Die haben ohnehin sehr unterschiedlich reagiert, so konnte der DAX beispielsweise den kurzfristigen Anstieg an der Wall Street weder mitmachen, noch dem Abwärtstrend standhalten. Hierfür dürften die drastisch gesenkten Wachstumserwartungen, die die EU-Kommission für Deutschland veröffentlicht hat, der Impulsgeber gewesen sein. Die Auswirkungen der Handelskonflikte und Sanktionspolitik werfen erste Schatten voraus – und davon wird auch Deutschland betroffen sein.

Die weiteren Aussichten: Fragile Märkte und steigendes Sicherheitsbedürfnis

Offenbar nähern sich die zunächst zögerlich begonnenen Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union der entscheidenden Phase. Wie die Briten melden, sollen sich die Parteien über 95 Prozent des Abkommens einig sein. Allerdings haben es die restlichen fünf Prozent wirklich in sich: Hier geht es nämlich beispielsweise um die Frage der irischen Grenze, die noch für einige Diskussionen sorgen dürfte. Vor diesem Hintergrund spricht einiges für eine Gold-Investment – und damit einen steigenden Goldpreis.

Die Zentralbanken in aller Welt hatten im Oktober vermehrt auf Gold gesetzt – nur die chinesische PBoC nicht. Ein plausibler Grund könnten die zahlreichen Interventionen am Währungsmarkt sein, mit denen die PBoC einer zu starken Schwächung des Yuan entgegenwirken wollte. Dadurch sind die Devisenreserven – insbesondere in US-Dollar – gesunken, was die Vermutung nährt, dass zu wenig Mittel für Goldinvestitionen zur Verfügung standen. Von dieser Seite war also ebenso wenig Unterstützung für den Goldpreis zu erwarten wie vom Kurs des US-Dollars, der erwies sich nämlich in den letzten Tagen als relativ stark. Goldanleger sollten daher die Aktienmärkte kritisch im Blick behalten, die Vorzeichen könnten sich schnell ändern.