Aktueller Goldkurs

23.05.19, 20:43 Uhr (GMT)

1.154 Euro | 1.285 USD

Goldpreis erneut unter Druck: Kann er sich zurück arbeiten?

Zum Ausklang der Handelswoche fiel der Goldpreis auf unter 1.305 US-Dollar für die Feinunze – so tief notierte er zuletzt vor kurzzeitig vor zwei Wochen. Eine Entscheidung steht an.

Goldpreis: Folgt nach dem Höhenflug eine harte Landung?

In den letzten Tagen ging es stetig bergab, seit Montag hat das Edelmetall rund zwei Prozent verloren: Noch in der letzten Woche kostete Gold je Feinunze 1.346,80 US-Dollar, was der höchste Wert seit zehn Monaten war. Seither übte vor allem die etwas zulegende US-Währung Druck auf den Goldpreis aus. Diese Korrelation resultiert daraus, dass Gold in erster Linie in US-Dollar gehandelt wird. Damit wird das Edelmetall insbesondere außerhalb des US-Währungsraums teurer, was sich logischerweise negativ auf die Nachfrage auswirkt. Nicht zu vergessen ist die immer noch freundliche Stimmung an den Börsen und Finanzmärkten, vor allem Aktien konnten in den letzten Tagen wieder Gewinne verbuchen.

Und doch reicht der leichte Anstieg der US-Währung, die nach der in Bezug auf die Beilegung des Handelskonfliktes skeptischen Aussage des US-Handelsbeauftragten Lightizer vor dem Kongress einsetzte, kaum aus, um den Preisrückgang für Gold plausibel zu erklären. Gleichzeitig ging nämlich der Goldpreis in Euro ebenfalls merklich zurück. Das legt die Vermutung nahe, dass kurzfristig orientierte Investoren Gewinne realisiert haben. Bei den Gold-ETFs wurden nämlich keine Abflüsse verzeichnet. Goldanleger sollten demnach zunächst abwarten, denn es spricht auch einiges für einen erneuten Anstieg des Goldpreises.

Das globale Umfeld: Wie sind die Aussichten für Gold?

Es ist also durchaus sinnvoll, einen Blick auf Wirtschaft und Politik zu werfen: Da wäre zum einen das ergebnislos verlaufene Treffen von US-Präsident Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un. Hier könnte sich erneut ein Konfliktherd zusammenbrauen. Die Verhandlungen zwischen den USA und China kommen ebenfalls nicht vom Fleck, hier ist ein Ende des Handelskonfliktes nicht in Sicht. Aber auch die US-Wirtschaft macht von sich reden: Zuletzt war die Inflationsrate deutlich nach oben geschnellt, mit 2,0% stiegen die Preise stärker als erwartet. In diese Richtung deutet auch der Chicago Einkaufsmanagerindex, was die FED wiederum unter Druck setzt. Die Märkte spekulieren, dass die US-Notenbank weiter abwartet, allerdings könnte hier ein Zugzwang entstehen. Trotzdem konnten die USA mit starken Zahlen punkten: Das BIP war im letzten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,6% gewachsen – Experten hatten weniger prognostiziert. Die Unternehmensstimmung in und um Chicago hellt sich auf – auch hier übertreffen die erhobenen Daten die Erwartungen. Es gibt also mehrere Impulse, die den Goldpreis befeuern, aber auch einige, die ihn drücken könnten – Geduld ist angebracht.