Aktueller Goldkurs

25.04.19, 05:48 Uhr (GMT)

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Goldpreis erhält kräftigen Dämpfer: Was ist an den Märkten los?

In den letzten Tagen musste das Edelmetall einen herben Verlust hinnehmen, der Goldpreis testete den Widerstand bei 1.324 US-Dollar für die Feinunze – und scheiterte (zunächst). Ein Blick auf die Märkte bringt jedoch auch keine Klarheit, im Gegenteil.

Goldpreis als Spielball verrückt gewordener Märkte

Schon im Februar war der zuvor über Monate gestiegene Goldpreis zunächst eingebrochen, um dann ein solides Comeback hinzulegen – nun scheint der Widerstand aber zu groß geworden zu sein: Über 1.324 US-Dollar je Feinunze ging er nicht hinaus, im Gegenteil, er sackte in den letzten Tagen auf rund 1.288 US-Dollar je Feinunze durch. Mittlerweile scheint Gold sich wieder zu stabilisieren, es bleibt aber abzuwarten, ob er den neuen Widerstand nach oben bei 1.295 US-Dollar je Feinunze nehmen kann. Unterstützung ist hingegen bei einem weiteren Verfall des Goldpreises bei 1.279 US-Dollar für die Feinunze zu erwarten – für Interessierte könnte dies ein guter Zeitpunkt zum Einstieg werden, wenn der erwartete Bounce sich bestätigt.

Angesichts der Tatsache, dass der Philadelphia Gold/Silver Index in den letzten Tagen ganz andere Erwartungen hinsichtlich der Preise für Edelmetalle geschürt hatte, erstaunt das Marktgeschehen. Nicht zuletzt Mario Draghi hatte jedoch für Verunsicherung gesorgt, als er die stärkste Abschwächung seit 2008/2009 konstatiert – und nicht lediglich die kleine Delle im Wachstum bestätigte, die von den Aktienmärkten erwartet worden war. Draghi bezog sich in erster Linie auf die Renditen der relevanten Staatsanleihen, die sich in einem wahren Sinkflug befinden. Vor allem aber musste er eingestehen, dass die EZB offenbar ihre Pfeile schon verschossen hat: Die den Banken angebotene Unterstützung beim Einlagezins war offensichtlich nicht ausreichend, um den Gesamtmarkt wirklich wieder zu befeuern.

Neue Blasen im Anmarsch: Die IPO-Saison beginnt

Die Wall Street steht vor einigen lukrativen Börsengängen, die mit spannenden Geschichten, aber wenig Substanz aufwarten: Da wäre mit Lyft zum Beispiel ein Taxi-Software-Unternehmen, das sich bereits vor dem IPO über eine riesige Nachfrage freuen konnte. Der daraufhin erhöhte Ausgabepreis signalisiert einen Börsenwert von 23 Milliarden US-Dollar, allerdings hat das Unternehmen 2018 bei einem Jahresumsatz von 2,2 Milliarden US-Dollar fast eine Milliarde US-Dollar Verlust gemacht. Für 2019 werden Börsengänge mit einer Marktkapitalisierung von rund einer Billion US-Dollar erwartet, u. a. wird auch UBER dabei sein, obwohl fast alle Kandidaten Verluste realisieren – was nicht ohne Grund unschöne Erinnerungen an die Dotcom-Blase weckt. Trotzdem profitierte der US-Dollar im Verhältnis zum Euro, selbst die schwachen Konjunkturdaten konnten daran nichts ändern. Die Folge: Der Goldpreis geriet unter Druck. Nun bleibt abzuwarten, wie besonnen die Marktteilnehmer auf diese Entwicklungen reagieren.