Aktueller Goldkurs

14.06.19, 22:58 Uhr (GMT)

1.191 Euro | 1.342 USD

Goldpreis erhält Auftrieb: EZB bleibt bei Nullzinspolitik – Trump bei seinen Handelskriegen

Die Liquiditätstender für Banken konnten den Markt nicht überzeugen, Draghi verkündete gleichzeitig das Festhalten an der Nullzinspolitik. Allerdings scheint sich auf dem Anleihemarkt noch mehr zusammenzubrauen.

EZB: Extrem niedrige Zinsen bleiben

Die Märkte reagieren auf die Konditionen für sogenannte TLTROs, also Liquiditätstender für Geldinstitute, dies war eine der Botschaften, die EZB-Chef Mario Draghi zu vermelden hatte. Die zweite: Die Zinsen bleiben bis zur Mitte des nächsten Jahres auf ihrem extrem niedrigen Niveau – und das mindestens. So richtig hatte ohnehin keiner mehr mit höheren Zinsen gerechnet, ein gutes Spiegelbild geben die Anleihemärkte ab, auf denen die Renditen kontinuierlich sinken. Allerdings lässt eine weitere Bemerkung Draghis noch Schlimmeres befürchten, wozu nicht zuletzt der auch Richtung Mexiko ausufernde US-amerikanische Handelskrieg beitragen dürfte.

US-Präsident Donald Trump treibt die Auseinandersetzungen immer weiter voran, chinesische Importe werden nicht nur mit weiteren Sonderzöllen belegt, Unternehmen kommen auf eine “Schwarze Liste”: Huawei, der chinesische Marktführer im Bereich Telekommunikation, sieht sich aktuell im Fokus des Nationalen Notstands, der von Trump ausgerufen worden war. Von der Zerstörung eines Konkurrenten ist die Rede, die letztendlich wichtiger als jedes Handelsabkommen sei. Die Sorge des Huawei-Chefs Song ist begründet, dass so ein Präzedenzfall mit großem Gefahrenpotenzial geschaffen wurde, denn die Vergeltungsmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Eine weitere Schwarze Liste wurde erstellt – diesmal von der chinesischen Seite, die unzuverlässige Unternehmen zusammenstellt, die künftig mit Restriktionen zu rechnen haben. Nicht zu vergessen ist dabei, dass China über viele Rohstoffe, wie beispielsweise Seltene Erden, verfügt, auf die die globalen Konzerne angewiesen sind.

Doch damit nicht genug: Die USA überzogen mit Mexiko ihren Handelspartner Nr. 2 ebenso mit Importzöllen, strichen die Zollvergünstigen für Indien und leiten offenbar auch eine Zeitenwende in den Handelsbeziehungen zur EU ein, deren Fahrzeugexporte in die Vereinigten Staaten im Ernstfall zum nationalen Sicherheitsrisiko erklärt werden könnten. Mit einem Wort: Die Weltwirtschaft könnte durch Protektionismus und Zollbeschränkungen einen kräftigen Dämpfer erhalten.

Weitere Risiken für die Weltwirtschaft – schlagende Argumente für Gold

Die Zinsen sind von den Notenbanken dieser Welt nach der Finanzkrise so weit gesenkt worden, wie das seit 5.000 Jahren nicht mehr der Fall war. Zwischenzeitlich können die Währungshüter sogar die immer schneller ausufernden Schulden mit Hilfe der Inflation finanzieren – allerdings impliziert diese noch nie dagewesene Geldpolitik aber auch enorme Risiken in Bezug auf die gesamte Stabilität unseres Finanzsystems. Im Zusammenspiel mit den wirtschaftlichen Unsicherheiten ergeben sich optimale Bedingungen für einen deutliche Goldpreisanstieg – erste Schritte sind bereits zu verzeichnen: Das Edelmetall hat sich in den letzten Tagen um ganze 50 US-Dollar auf 1.330 US-Dollar je Feinunze verteuert. Hier scheint sich ein interessanter Trend zu etablieren: Das nächste Ziel wird von Experten mit 1.450 US-Dollar für die Feinunze angegeben – Anleger dürfen sich freuen.