Aktueller Goldkurs

05.12.19, 11:20 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Der Countdown für die neue Bargeldobergrenze läuft

Pünktlich zum Weihnachtsfest stieg der Goldpreis wieder über die Marke von 1.500 US-Dollar für die Feinunze – und das mit gutem Grund: Zum Jahreswechsel sinkt die Grenze für anonyme Edelmetallkäufe!

Warteschlangen vor Handelshäusern: Physisches Gold gefragt

Es kursierten Fotos von Warteschlangen vor einer Filiale eines großen Edelmetallhändlers in Köln im Internet. Offenbar nutzen immer mehr Anleger noch die Möglichkeit, sich noch in diesem Jahr mit physischem Gold einzudecken – bevor die neue Bargeldobergrenze greift. Das zur Geldwäschebekämpfung bereits im November 2019 vom Bundesrat bestätigte Maßnahmenpaket wird nämlich in einigen Tagen seine Wirkung entfalten: Das Limit für anonyme Käufe von Edelmetallen wird demnach von bisher 10.000 Euro auf künftig 2.000 Euro sinken.

Diese auch als Gold-Plating bezeichnete Strategie der Bundesregierung geht in ihrem Umfang deutlich über die 4. EU-Geldwäscherichtlinie hinaus – dabei war die Bargeldobergrenze erst vor zwei Jahren von 15.000 Euro auf die aktuellen 10.000 Euro gesenkt worden. Natürlich muss Geldwäsche bekämpft werden, es stellt sich nur die Frage, ob diese Maßnahmen nicht am eigentlich Ziel vorbeigehen: Es gab im Jahr 2017 59.845 Verdachtsfälle – lediglich 64 davon hatten mit Edelmetallen zu tun. Diese Daten lieferte der wissenschaftliche Dienst des Bundestages nach einer Anfrage des Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler (FDP).

Goldpreis steigt: Edelmetall profitiert von Unsicherheiten

Die veröffentlichten Fotos stellen demnach keine Einzelfälle dar, auch andere Edelmetallhändler bestätigen die hohe Nachfrage nach physischem Gold – und die eindeutige Ursache in der Gesetzesänderung, wie Befragungen ergaben. Die privaten Anleger wurden über die Feiertage schon belohnt, denn der Goldpreis eroberte sich eine wichtige Marke zurück: Aktuell notiert das Edelmetall bei 1.512 US-Dollar für Feinunze, das Trend-Barometer zeigt eindeutig nach oben. Die US-Börsen präsentierten sich nämlich ausgesprochen unentschieden – zu viele Fragen sind nach wie vor offen, zu viele Konflikte schwelen weiterhin gefährlich vor sich hin.

Diese anziehende Nachfrage nach physischem Gold verteuert allerdings auch das Aufgeld, das beim Kauf von Barren und Münzen zu bezahlen ist. Vor einer Woche mussten 6,16 Prozent aufgebracht werden, was im Vergleich zum 25. Oktober 2019 einen Zuwachs von 83 Prozent ausmacht. So viel mussten Investoren schon seit Jahren nicht mehr bezahlen. Zum Vergleich: Im Juli 2010 belief sich das Aufgeld auf 6,54 Prozent, selbst in der großen Gold-Rallye im Sommer 2011 waren weniger als 6,0 Prozent für Krügerrand aufgerufen worden – im “normalen” Handel sind es nicht einmal 4,0 Prozent. Trotz der hohen Gebühren dürfte sich diese Anlage jedoch rentieren, denn Anonymität ist schlichtweg unbezahlbar.