Aktueller Goldkurs

16.10.19, 19:12 Uhr (GMT)

1.350 Euro | 1.488 USD

Goldpreis: Der Countdown für anonyme Käufe läuft

Der Goldpreis strebt nach oben – und das auch gegen die Widerstände, die sich immer wieder auftun. Neben der globalen wirtschaftlichen Situation dürfte vor allem eine Gesetzesänderung einen starken Aufwärtsimpuls geben.

Neue Zölle drücken auf Weltkonjunktur

Und wieder sorgt US-Präsident Donald Trump für Schlagzeilen, die die Finanzmärkte dieser Welt durcheinanderwirbeln: Er kündigte an, neue Strafzölle auf Importe aus China an – und zwar auf fast alle Waren im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar. Neben dem neuen Strafzoll in Höhe von zehn Prozent bleiben auch die schon beschlossenen 25-prozentigen Zölle bestehen. Das Timing ist ausgesprochen schwierig, denn die Verhandlungen im Handelskrieg laufen noch. Entsprechend deutlich waren die Reaktionen der Finanzmärkte, insbesondere die US-amerikanischen Börsen gaben kräftig nach, auch der DAX musste Federn lassen. Die Marktteilnehmer befürchten offenbar, dass die Weltkonjunktur unter diesen Sanktionen leiden könnte. Der Goldpreis stieg im Gegenzug an und nahm schon Kurs auf 1.450 US-Dollar für die Feinunze – allerdings warten auf diesem Weg einige Widerstände. Die könnten jedoch vor dem Hintergrund einer anderen Entscheidung unerheblich werden.

Anonymer Goldkauf ab 2020 limitiert

In erster Linie geht es um die Eindämmung krimineller Aktivitäten, um Geldwäsche vorzubeugen soll der anonyme Erwerb von Edelmetallen ab 2020 limitiert werden. Das entsprechende Gesetz wurde bereits vom Kabinett abgesegnet und dürfte in Kürze dem Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt werden. Wie Ulrike Demmer, die stellvertretende Regierungssprecherin, verlauten ließ, dienen diese Gesetzesänderungen der Bekämpfung auch der Bekämpfung der Terrorfinanzierung. Außerdem wird auf diese Weise eine EU-Richtlinie zur Geldwäsche umgesetzt. Das Gesetz zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur Vierten EU-Geldwäscherichtlinie, so die vollständige Bezeichnung, passt den geltenden gesetzlichen Rahmen an den EU-Rahmen an, zumal davon auch den Kunst-, Immobilien und Kryptomarkt betrifft.

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, insbesondere die Goldhändler sehen hier einen übermäßigen Eingriff. Aus ihrer Erfahrung investieren Anleger nicht nur in Edelmetalle, weil sie anonyme Käufe tätigen können, sondern weil sich mit physischem Gold der inflationsbedingte Wertverlust von Geldvermögen absichern lässt. Geplant ist, die aktuelle Grenze von 10.000 Euro für anonyme Käufe von Edelmetall auf künftig 2.000 Euro abzusenken. Für alle darüber hinausgehenden Investments in physisches Gold müssen Anleger sich identifizieren. Für die Praxis heißt das: Goldkäufer legen ihren Ausweis vor, der Edelmetallhändler kopiert diesen und muss Kopie sowie Rechnung für eine Zeit von fünf Jahren aufbewahren. Wollen Anleger also nur einen Barren von 50 Gramm erwerben, wäre dies beim aktuellen Goldpreis nicht mehr anonym möglich. Goldinteressenten sollten ihre Kaufabsichten also kurzfristig umsetzen – spricht sich die Gesetzesänderung herum, dürfte der Goldpreis nämlich deutlich steigen.