Aktueller Goldkurs

05.12.19, 11:20 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Dank EZB-Sitzung zurück auf die Gewinnerstraße

Die letzten zwei Wochen waren hart für das Edelmetall, aus dem Widerstreit gegensätzlicher Impulse resultierte der Verlust der wichtigen Marke von 1.500 US-Dollar je Feinunze. Nun geht es wieder bergauf – wie sind die Aussichten?

Draghis Abschied läutet neue EZB-Ära ein

Mario Draghi absolvierte seine letzte Pressekonferenz in seiner Funktion als EZB-Präsident – Überraschungen gab es keine, aber das war auch nicht zu erwarten gewesen: Der Leitzins für die Euro-Zone verbleibt bei 0,0 Prozent, Banken müssen weiterhin für ihre Einlagen bei der EZB 0,5 Prozent bezahlen, anstatt Zinsen dafür gutgeschrieben zu bekommen. Entsprechend positiv fiel die Bilanz des ausscheidenden Präsidenten der Europäischen Zentralbank dann auch aus: Die umgesetzte Geldpolitik sei ein großer Erfolg, die entschiedene Lockerung hätte sich bewährt – und es ist zu erwarten, dass seine Nachfolgerin Christin Lagarde, die einstige Chefin des IWF, diesen Kurs beibehält.

Die Börsen zeigen sich insbesondere in den USA uneinheitlich, aber auch der DAX musste Federn lassen. Hier zeigt sich die enorme Unsicherheit, die sich an den Märkten breitmacht: Nach wie vor schwelen die Handelskonflikte zwischen China und den USA, darüber hinaus zieht sich der Brexit erneut hin. Wie sich die Situation in Großbritannien weiterentwickelt, ist derzeit noch vollkommen ungewiss. Die Bandbreite der Möglichkeiten reicht von einer Verlängerung und dem folgenden geordneten Brexit bis hin zu Neuwahlen, die alle bisherigen Errungenschaften noch einmal auf den Prüfstand stellen würden. Nicht zu vergessen sind die Eskalationen um Syrien, die eine deutsche Beteiligung an einem militärischen Einsatz in der Region wahrscheinlicher gemacht haben.

Goldpreis könnte enorm profitieren

Der Goldpreis reagierte prompt – und stieg: Die Marke von 1.500 US-Dollar für die Feinunze wurde wieder genommen, aktuell notiert das Edelmetall bei 1.510 US-Dollar je Feinunze. Zunächst prallte der Goldpreis jedoch an der Durchschnittslinie über 50 Tage, hat aber erneut Schwung gewonnen. Nun ist nicht nur ein Anstieg auf bis zu 1.520 US-Dollar je Feinunze möglich, sondern eine Rückkehr zur Rallye, die das Edelmetall in diesem Jahr gestartet hatte. Angesichts der zunehmenden Unwägbarkeiten dürfte Gold schon als Sicherheit wieder deutlich interessanter werden. Aber nicht nur das: Geldvermögen verlieren unter dem Strich jedes Jahr an Wert, angesichts der gestiegenen Strafzinsen, die die Banken zunehmend an ihre Kunden weitergeben, und fehlender Anlage-Alternativen mit einem ähnlichen Maß an Sicherheit, empfiehlt sich Gold auch als Anlageklasse. Ein Blick auf die langfristige Performance des Edelmetalls zeigt ganz klar, dass es allen Preiskorrekturen zum Trotz immer ein zuverlässiger Wertträger war – es kommt nur auf das richtige Timing an.