Aktueller Goldkurs

17.12.18, 11:01 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Ausgesprochen stabil – mit viel Luft nach oben

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – und der Goldpreis findet so langsam zu alter Form zurück: Seit dem Tief im August konnte sich das Edelmetall um 70 US-Dollar je Feinunze verteuern, wobei durchaus noch Aufwärtspotenzial vorhanden ist.

Goldpreis: Rückblick und Ausblick

Sicher Hafen oder nicht – die Diskussionen um eine Anlage in physisches Gold verliefen reichlich kontrovers: Insgesamt ist das Edelmetall noch weit von der Performance des Jahres 2011 entfernt, konnte sich jedoch in den letzten Monaten durchaus wieder in den Fokus der Anleger zurück arbeiten. Es fehlt zwar immer noch der große Ausbruch, der einen gravierenden Preisanstieg erwarten ließe, aber die Stabilität der letzten turbulenten Wochen lässt doch hoffen. Ein Blick auf die Aktienmärkte zeigt dann auch, dass die Sicherheit des Edelmetalls wieder gefragt ist – und das dürfte sich über den Jahreswechsel hinweg fortsetzen.

Ausschlaggebend ist und bleibt der US-amerikanische Währung und in diesem Zusammenhang natürlich die Politik der FED. Es ist wohl davon auszugehen, dass diese die Leitzinsen bis zum dritten Quartal des kommenden Jahres in weiteren drei Schritten anheben wird. Vor diesem Hintergrund dürfte der US-Dollar in den nächsten Monaten zunehmend unter Druck geraten. Die enge Korrelation zum Goldpreis dürfte einen Verteuerung für das Edelmetall mit sich bringen – wie bereits in den Jahren 2004 bis 2006 zu sehen war: Auch damals begann er Goldpreis rund acht Monate vor dem letzten Zinsschritt zu steigen. Daraus leiten einigen Rohstoff-Experten ein Goldpreisziel von 1.350 US-Dollar je Feinunze ab, wobei der Preisanstieg bereits Anfang 2019 einsetzen soll.

Weitere Indizien für steigenden Goldpreis 2019

Unterstützt wird diese These von den geschrumpften Short-Positionen bei den Gold-Futures – und die Bestände waren vor geraumer Zeit enorm gewachsen. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Gold-ETFs auf der einen und physischem Gold auf der anderen Seite, hier haben vor allem die Zentralbanken zugelegt. Wie der World Gold Council einschätzt, sind im Jahr 2018 rund 400 bis 500 Tonnen Gold in die Tresore er Währungshüter gewandert, allen voran haben sich hier Russland, Kasachstan und die Türkei sowie seit vielen Jahren auch wieder Polen und Ungarn engagiert. China hingegen hielt sich offensichtlich zurück.

Alles in allem dürfte das Goldpreisziel von 1.350 US-Dollar realistisch sein – nicht zu vergessen sind nämlich handels- und geopolitischen Konflikte, die die Weltwirtschaft auch weiterhin in Atem halten werden. Auch wenn das Edelmetall in puncto Rendite in diesem Jahr vielleicht nicht übermäßig geglänzt hat, sollte die wichtigste Funktion nicht außer Acht gelassen werden: Gold wird immer eine universelle Währung sein – komme, was da wolle.