Aktueller Goldkurs

12.12.18, 13:11 Uhr (GMT)

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Gold – Turbulenzen um das Edelmetall

Der Preisverfall der letzten Tage mag zunächst der Goldman-Studie vom April 2013 Recht geben, allerdings sprechen sowohl das eigene Anlageverhalten der US-Bank als auch die chinesischen Bezugsmengen dagegen.

Goldman-Studie mit schlechter Prognose

Bereits im April letzten Jahres warnten die Rohstoff-Experten von Goldman Sachs und gaben für Ende 2014 das Kursziel von 1.270 US-Dollar je Feinunze Gold aus und korrigierten diese zuletzt auf 1.050 US-Dollar bis zum Jahresende. Ein Blick in die Bücher zeigt allerdings, dass Goldman Sachs im II. Quartal 2013 entgegen der eigenen Empfehlungen rund 3,7 Millionen Einheiten des SPDR Gold Shares, nämlich des größten Gold-ETCs, erworben hat. Selbst in den ersten Monaten dieses Jahres ist der Bestand noch weiter gewachsen. Was ist nun also richtig? Die Empfehlung für die Anleger oder der Eigenhandel der Bank?

Kontext genau betrachten

Nachdem der Goldpreis aktuell die 1.300-er Marke nach unten durchbrochen hat, sollte ein Blick auf die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen Erklärungen liefern. Die FED hatte in ihrer Pressekonferenz verkündet, dass das Tapering fortgesetzt und ein Termin für die Anhebung der Zinsen ins Auge gefasst wird. Das setzt allerdings voraus, dass sich das Wirtschaftswachstum wie erwartet positiv entwickelt.
Das Ansteigen der Zinsen bei den US-Staatsanleihen wirkt sich nämlich immer zeitlich versetzt auf die Märkte aus, so dass die derzeitigen 3,5 Prozent für 30-jährige Laufzeiten den Ausschlag für die weitere Entwicklung geben könnte.

Die aktuellen Wirtschaftsdaten aus den USA, die ein Plus von 2,6 Prozent bestätigten, tendieren zwar nach oben, können aber nicht über die grundsätzlichen strukturellen Probleme und die massive Überbewertung vieler Aktien hinwegtäuschen. Nicht zuletzt der Konflikt um die Ukraine und die immer noch zur Diskussion stehenden wirtschaftlichen Sanktionen können die globale und insbesondere europäische Wirtschaft ebenso in Bedrängnis bringen, wie die fehlende preiswerte Alternative zur Gasversorgung durch Russland.

Auf der anderen Seite steht China mit einem schier unermesslichen Hunger nach dem Edelmetall. Offiziell führte das Land im Jahr 2013 1.066 Tonnen Gold ein, wobei die tatsächliche Menge sogar noch um rund 500 Tonnen höher liegen dürfte. Allein im Februar 2014 wurden weitere 83,6 Tonnen und damit rund 79 Prozent mehr als im Vorjahr dazu gekauft, was den Analysen von Goldman eindeutig widerspricht. Folgen die Chinesen ihren Anlageberatern, dürfte die Menge eher noch steigen.

Angesichts dieser Faktoren, dürfte selbst ein Antesten der 1.270-er Marke für den Goldpreis nur ein kurzer Schluckauf darstellen. Die Nachfrage wird nicht nur in China zunehmen, wenn sich die Auswirkungen der Sanktionspolitik abzeichnen.