Aktueller Goldkurs

17.10.19, 05:50 Uhr (GMT)

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Gold: Stehen wir vor einem grundlegenden Paradigmentwechsel?

Trotz aller Attacken beweist sich das Edelmetall als ausgesprochen kämpferisch. Die Marke von 1.500 US-Dollar für die Feinunze Gold konnte zwar jüngst nicht gehalten werden, doch könnte die Gemengelage noch einiges hergeben.

Szenario wie in den 1930er Jahren – was heißt das für Gold?

Mit Ray Dalio meldet sich ein renommierter US-Hedgefonds-Manager mit einer Analyse der aktuellen Situation zu Wort: Er sieht deutliche Prallelen zu den 1930er Jahren, in denen die US-Wirtschaft von überbewerteten Aktienmärkten, Nullzinsen, Populismus, einem schwierigen politischen Verhältnis zu Großbritannien und einer kräftig Geld druckenden Notenbank geprägt waren. Auf der anderen Seite strebten Deutschland, Italien und Japan nach oben – der Ausgang der Geschichte ist bekannt.

Ein Blick auf die jüngste Vergangenheit macht dementsprechend nachdenklich: Die relevanten Zentralbanken haben in den letzten zehn Jahren nicht nur Geld gedruckt, sondern auch mit den extrem niedrigen Zinsen dafür gesorgt, dass vor allem Aktien und Anleihen, aber auch riskantere Papiere wie Venture-Capital- oder Private-Equity-Fonds stark nachgefragt wurden. Unter dem Strich analysiert Dalio, dass die Vermögenden von dieser Entwicklung deutlich stärker profitieren könnten – nicht umsonst werden populistische Strömungen im stärker und die Rufe nach Umverteilung immer lauter. Was kommt auf die Gesellschaft zu?

Gold: Deutlich mehr Potenzial als Sicherheit für Vermögen

Fakt ist: Die Notenbanken haben kaum noch Pfeile im Köcher, um die Märkte am Laufen zu halten. Auf der anderen Seite dürften die exorbitanten Schuldenberge kaum ohne weitere stimulierende Maßnahmen abzutragen sein. Sollten Anleger nicht mehr dazu zu motivieren sein, Negativzinsen auf Anleihen hinzunehmen und sich Alternativen für ihr Vermögen zu suchen, droht ein Squeeze aus enormen Defiziten, Währungsabwertungen und Steuererhöhungen – und daraus resultierend ein sich verstärkender Konflikt zwischen Vermögenden und Nicht-Vermögenden. Sowohl Anleihen als auch Geldwerte schrumpfen angesichts der negativen Zinsen und realisieren unter dem Strich eine Enteignung. Sich davon zu trennen, wäre die logische Schlussfolgerung.

In den letzten Jahren, also innerhalb des derzeitigen Paradigmas, haben sich Anleger auf Aktien und ähnliche Finanzinstrumente fokussiert, um auf diese Weise eine Rendite zu erzielen. Die Folge: Diese Assets sind überinvestiert. Fallen deren Renditen, was zu befürchten steht, sind wiederum Alternativen gefragt. Und genau hier kommt Gold ins Spiel, so Dalio, der hier ohnehin ein Unterinvestment sieht. Auch wenn sich der Hedgefonds-Manager nicht in den Kreis der Crash-Propheten einreiht, sondern eher eine volatile Zeit mit geringem Wachstum kommen sieht, sind die Risiken für Anleger nicht von der Hand zu weisen. Angesichts der politischen Spannungen und drohenden Währungsabwertungen ist die Logik der Argumentation nicht von der Hand zu weisen. Intelligente Goldinvestments könnten deutlich profitieren – und bieten außerdem Sicherheit.