Aktueller Goldkurs

14.12.18, 22:57 Uhr (GMT)

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Gold nach Höhenflug unter Druck

Die Börsen standen in dieser Woche unter dem Eindruck der EZB und einiger Wirtschaftsindikatoren, die besser als erwartet ausfielen. Allerdings kann die einsetzende Aktien-Euphorie nicht alle Groß-Investoren überzeugen. Sie halten die Preise immer noch für zu hoch – und sehen einer weiteren Korrektur entgegen.

Gold – nach dem Hoch kam die Korrektur

Die schwachen Aktienmärkte am Anfang der Woche brachten dem Edelmetall einen Ausflug über die Linie von 1.255 US-Dollar je Feinunze und gleichzeitig einen Euro, der über 1,28 US-Dollar notierte. Diese Werte hielten sich, bis die Informationen aus informierten Kreisen der EZB durchdrangen, dass die Notenbank ihre Pläne zum Aufkauf von Unternehmensanleihen bereits im I. Quartal 2015 umsetzen will. Dieses letzte Instrument zum Ankurbeln der Konjunktur im Euro-Raum stößt zwar auf geteilte Meinungen, konnte den unter Druck geratenen Aktienmärkten aber einen direkten Auftrieb geben. In der Folge gaben sowohl Gold als auch der Euro empfindlich nach, ein optimistischer Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum verstärkte die Tendenz. Gold sackte auf knapp 1.227 US-Dollar je Feinunze durch und kämpft derzeit um die 1.230 US-Dollar.

Ein Blick in die Analysen

Die Chart-Technik sieht zwei mögliche Szenarien für die nächsten Tage: Kann sich der Goldpreis wieder erholen und in Richtung 1.250 US-Dollar je Feinunze entwickeln, ist auch ein weiterer Anstieg auf 1.280 US-Dollar wahrscheinlich. Andernfalls steht ein neuer Test der wichtigen Unterstützungslinie bei 1.190 US-Dollar je Feinunze bevor. Da es der vierte in der letzten Zeit wäre, besteht das Risiko eines Durchbruchs nach unten. Allerdings sprechen die fundamentalen Daten dagegen, denn die wirtschaftliche Entwicklung ist keinesfalls so stabil, wie es die Aktienmärkte im Moment darstellen.

Nicht umsonst halten sich renommierte Groß-Investoren, wie zum Beispiel Warren Buffett und Eric Cinnamond, stark zurück und horten Bargeld in ungewohnten Größenordnungen. Sie sehen die Aktien noch immer viel zu stark überbewertet, als dass sie das Risiko eines Einstiegs wieder eingehen würden. Diese Strategie hatte vor allem Cinnamond im Jahr 2007 einen Riesenprofit eingebracht, als der Großteil seiner Kollegen kräftige Verluste hinnehmen musste.

Weitere Aussichten für Gold

Angesichts der zunehmenden Volatilität an den Aktienmärkten steigen die Risiken, die Kurse reagieren auf die kleinsten Erschütterungen. Für Gold werden die nächsten Tage entscheidend, grundsätzlich ist aber in den kommenden Wochen eine steigende Nachfrage aus Asien zu erwarten. Die Bemühungen der großen Volkswirtschaften, ihre eigene Währung abzuwerten, um daraus Vorteile für den Export zu schlagen, können sich aber wegen der starken Korrelation mit dem US-Dollar auf das Edelmetall auswirken.