Aktueller Goldkurs

14.12.18, 22:57 Uhr (GMT)

1.097 Euro | 1.239 USD

Gold is back: Preisanstieg macht Hoffnung auf mehr

Die wichtige Marke von 1.200 US-Dollar je Feinunze ist wieder übersprungen – und das ausgesprochen eindrucksvoll: Es brauchte nur einen Handelstag, um den Goldpreis wieder in eine aussichtsreiche Position zu bringen.

Der US-Dollar als wichtiger Preistreiber

Die psychologisch so wichtige Marke bei 1.200 US-Dollar für die Feinunze Gold ist aktuell deutlich übertroffen: Der Goldpreis stieg am Freitag von 1.185 auf 1.207 US-Dollar je Feinunze – und ausschlaggebend war der im Verhältnis zum Euro schwächelnde US-Dollar, der Kurs stieg nämlich seit einiger Zeit einmal wieder auf mehr als 1,16. Dafür war wiederum eine höhere Risikoaversion am Finanzmarkt verantwortlich.

Bemerkenswert ist jedoch der Goldpreis in Euro, denn der notiert noch immer sehr schwach bei 1.037 Euro für die Feinunze, obwohl im Euroraum einiges im Argen liegt: Die Realzinsen sind tief negativ, die Spekulationen um die Nachfolge des EZB-Präsidenten Draghi reißen nicht ab, zumal Jens Weidmann wohl aus dem Spiel ist. Es machen sich Befürchtungen breit, dass es wieder ein in puncto Geldwertstabilität eher zurückhaltender Kandidat werden könnte, der vor allem den Erhalt der Währungsunion im Blick hat und den Euroraum zunehmend zur Transferunion umgestalten könnte. Die ohnehin schwächelnde Gemeinschaftswährung könnte weiter unter Druck geraten – was wiederum für ein kräftiges Ansteigen des Goldpreises sprechen würde.

Die Charts: Die nächsten Tage werden spannend

Derzeit erweisen sich die Zinsanhebungen in den USA als Maß der Dinge, denn die FED scheint trotz des Handelskonflikts, den anderslautenden Vorstellungen des US-Präsidenten und des eskalierenden US-Immobilienmarktes daran festhalten zu wollen. Der Goldpreis hat eindeutig die Kurve bekommen, mit einem Durchbrechen der Marken bei 1.193 und 1.200 US-Dollar für die Feinunze haben sich die Aussichten aufgehellt. Die Spekulanten haben es demnach geschafft, eine Umkehr des Abwehrtrends einzuleiten. Nun bleibt abzuwarten, ob die nächste wichtige Marke bei 1.235 US-Dollar erfolgreich gemeistert wird.

Auch in diesem Punkt könnte der US-Dollar entscheidend sein: Auch das Edelmetall wird, wie viele andere Rohstoffe auch, in US-Dollar gehandelt. Je stärker die US-Währung demnach ist, desto schwieriger werden Investments in das Edelmetall – der Goldpreis fällt. Darüber hinaus gilt der Greenback immer noch als Krisenwährung, in den sich viele Investoren in stürmischen Zeiten flüchten. Damit gerät er zum direkten Konkurrenten für Gold, das traditionell als sicherer Hafen für Vermögen gilt. Allerdings spricht wiederum die anziehende Inflation bei immer noch extrem niedrigen Zinsen eindeutig für das Edelmetall: Derzeit verlieren Geldvermögen kontinuierlich an Wert, werden sie nicht sinnvoll umgeschichtet – Gold bietet sich da geradezu an.