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23.07.19, 15:35 Uhr (GMT)

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Gold: Deutsche setzen doch auf Edelmetall – neue Umfrage erstaunt

Die Steinbeis-Hochschule führte im Auftrag der Postbank eine Umfrage durch – und die Teilnehmer gaben wohl recht offenherzig Auskunft zu ihren privaten Goldbeständen. Und die sind enorm.

Private Goldanlagen: Diskretion empfehlenswert

Das Ergebnis der Steinbeis-Umfrage ist erstaunlich: Offenbar gaben fast drei Viertel der Teilnehmer an, goldenen Schmuck, aber auch Münzen und Barren ihr Eigen zu nennen. Durchschnittlich wären 129 Gramm Gold mit einem aktuellen Gegenwert von rund 4.700 Euro. Das Besondere an diesem Resultat ist, dass die Deutschen den vielen Experten, die Gold keinerlei Attraktivität als Geldanlage zubilligen, wohl nicht trauen. Die Argumente, Gold brächte keine Rendite ein, ließe sich im Notfall auch nicht essen, verfangen nicht. Kein Wunder, welche Zinsen gibt es denn die gut gefüllten Bankkonten?

Ein weiterer Umstand erscheint befremdlich: Warum geben Goldliebhaber so freimütig Auskunft zu ihren Schätzen? Und zu deren Aufbewahrungsorten? An dieser Stelle wäre Diskretion unbedingt angeraten – auch wenn es immer so ein Problem mit Statistiken ist: Legt man diese nämlich zugrunde, hätten die Deutsche pro Nase mehr als 77.000 Euro Vermögen. Ähnliche dürfte es sich in puncto Goldanlage verhalten, auch hier konzentriert sich das echte Vermögen wahrscheinlich auf wenige. Da aber ein Großteil der Goldbesitzer die Bank als Aufbewahrungsort bevorzugt, verliert es ohnehin seine wichtigsten Eigenschaften: Im Ernstfall kann es als universelle Währung dienen, die in Gegensatz zur Papierwährung einen tatsächlichen Wert repräsentiert. Dazu sollten Anleger auf ihr physisches Gold jedoch auch uneingeschränkt zugreifen können – und das muss nicht jeder wissen.

Goldpreis wieder stabiler: Kommt die Trendwende?

Die feste US-Währung hatte das Edelmetall in den letzten Tagen unter die Marke von 1.270 US-Dollar für die Feinunze fallen lassen. Zunächst waren die US-Unternehmensberichte wohl besser als prognostiziert ausgefallen, was nicht nur dem US-Dollar, sondern auch den relevanten US-Aktienindizes deutlich Auftrieb gab. Prompt reagierte der ETF-Markt, es flossen 4,7 Tonnen Gold-ETFs ab, der Bestand pegelte sich somit wieder auf den Stand zu Jahresbeginn ein. Allerdings veränderte sich die Situation bis zum Ende der Handelswoche, die US-Börse präsentierte sich uneinheitlich. Der Euro konnte im Verhältnis zum US-Dollar wieder etwas erholen, was auch dem Goldpreis wieder auf die Sprünge half: Am Freitagabend kostete die Feinunze wieder 1.285 US-Dollar und mehr.

Diese Entwicklung innerhalb kürzester Zeit macht deutlich, wie fragil die Situation an den Märkten ist: Angesichts der sich eintrübenden konjunkturellen Aussichten reichen schon kleine Abweichungen vom Erwarteten, um sowohl die Aktienmärkte als auch die großen Währungen heftig in Bewegung zu versetzen – und der Goldpreis zieht natürlich mit.