Aktueller Goldkurs

25.04.19, 14:04 Uhr (GMT)

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Brexit-Chaos und Konjunktur: Goldpreis wieder über 1.300 US-Dollar je Feinunze

Nach einem Rücksetzer auf 1.282 US-Dollar für die Feinunze setzt Gold erneut zum Aufschwung an. Die Unsicherheiten in puncto Brexit wachsen ebenso wie die konjunkturellen Sorgen – das Edelmetall scheint wieder an Bedeutung zu gewinnen.

Der Brexit kommt – aber wie?

Derzeit scheint es in Großbritannien nur Einigkeit zu den Punkten zu geben, die in puncto Brexit abgelehnt werden. Die logische Folge: Der Austritt soll nun verschoben werden. Ob nun aber auf einen Termin Ende Juni oder noch später, wie es die EU empfiehlt, scheint zunächst unerheblich zu sein. Allerdings gibt es da noch die Europa-Wahlen im Mai, an denen Großbritannien bei einem Aufschub des Austritts teilnehmen müsste. Ohnehin müsste es für eine derartige Entscheidung zunächst Einigkeit in Bezug auf den Brexit-Entwurf geben – und der war bereits zweimal abgeschmettert worden. Dass sich diese Grundstimmung im britischen Parlament so drastisch verändert haben sollte, ist mehr als fraglich.

Mit einem Wort: Es gibt mehr Unklarheit als Klarheit oder Strategie, das gesamte Schauspiel spitzt sich auf die nächsten zwei Wochen zu. Zunächst konnte der Goldpreis von diesen Kostproben britischen Brexit-Dramas profitieren und stieg auf mehr als 1.310 US-Dollar je Feinunze. Allerdings dürfte dazu auch der etwas schwächere US-Dollar seinen Beitrag geleistet haben. Zum Ende der Handelswoche gab Gold seine Gewinne erst wieder ab, konnte sich aber wieder erholen und erneut über die wichtige Marke von 1.300 US-Dollar für die Feinunze steigen. Offenbar beeinflussen auch die wachsenden Ängste in puncto Konjunktur das Verhalten der Anleger.

Sinkende Erwartungen: Nähert sich ein Zyklus seinem Ende?

Insbesondere die Wall Street hat seit Weihnachten eine Rally erlebt, die seit mehreren Jahrzehnten ihresgleichen sucht. Allerdings stellt sich die Frage nach Substanz und Sinn: Einerseits spielt natürlich die Kehrtwende, die die relevanten Notenbanken hingelegt haben, eine Rolle. Offensichtlich werden die Zinsen extrem niedrig bleiben, die Gelddruckmaschinen laufen weiter auf Hochtouren. Andererseits wurde der Hoffnung auf eine Beilegung des Handelskonfliktes zwischen den USA und China eine weitere Absage erteilt, was angesichts der weltweiten Verschlechterung der Konjunkturaussichten nicht zu unterschätzen ist. Die Prognosen für die Unternehmensgewinne gingen deutlich nach unten – all das sind klare Anzeichen dafür, dass sich die zyklische Aufwärtsphase ihrem Zenit nähert. Die Warnungen vor einem drastischen Abschwung sind nicht neu, nun wird er immer wahrscheinlicher. Damit eröffnet sich für Gold-Anleger ein interessantes Potenzial: Das Edelmetall ist ein probates Mittel des Vermögensschutzes, kann aber auch lukrative Gewinne einfahren – wenn Anleger zum richtigen Zeitpunkt einsteigen und am zu erwartenden Goldpreisanstieg kräftig partizipieren.