Aktueller Goldkurs

21.09.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Zurück zum Trend – Goldpreis steigt

Mit 1.321 US-Dollar je Feinunze kehrt Gold zum Aufwärtstrend zurück. Die Protokolle der FED-Sitzung, die EZB-Pläne und die nach wie vor schwache Konjunktur dürften ebenso den Ausschlag geben wie die Unsicherheit im Bezug auf die Entwicklung in der Ukraine.

Der Boden ist bereitet – Gold wird wieder interessanter

Die Sitzungsprotokolle der FED belegten, dass die Diskussionen in der US-Notenbank doch weniger konkret hinsichtlich der vermeintlich avisierten Zinsanhebung ausgefallen waren, als es zunächst den Anschein hatte. Die Wirtschaftsdaten aus den USA geben zunächst auch keinen Anlass, denn vor dem Hintergrund der massiven Unterstützungsmaßnahmen durch die FED ist das Wachstum zu relativieren. Auch die Informationen zum US-Arbeitsmarkt, die mit einem niedrigen Zuwachs an Neuanträgen für das Arbeitslosengeld aufwarten konnten, werden längst nicht mehr so euphorisch bewertet. Schließlich sind viele Erwerbsfähige aus der Statistik herausgefallen. Für Investoren reichten diese Impulse aus, um sich wieder verstärkt dem Edelmetall Gold zuzuwenden.

Parallel spielt die EZB ein Anleiheprogramm von 1.000 Milliarden Euro durch, um der deflationären Entwicklung im Euro-Raum massiv entgegenzutreten. Zu groß ist die Angst, die Staatsschulden, die in einigen Ländern wieder angestiegen sind, gar nicht mehr in den Griff zu bekommen. Nur die angepeilte Inflationsrate von knapp zwei Prozent räumt noch weitere Chancen ein. Die offiziellen Begründungen, dass die Deflation eine langjährige Stagnation auslösen könnte, dürfte dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen. Das Ankurbeln der Inflation durch massive Aufkäufe von europäischen Unternehmensanleihen ist nicht unumstritten, denn die Aktienmärkte sind schon jetzt überbewertet. Ein weiteres Feld für das Programm der EZB dürften auch Staatsanleihen sein, denn der europäische Markt für Unternehmensanleihen ist bei Weitem nicht so groß wie in den USA. Der EZB ist es zwar grundsätzlich nicht erlaubt, Staatsschulden zu finanzieren, mit dem Einfallsreichtum der Verantwortlichen ist aber durchaus zu rechnen.

Ein weiteres Argument für ein Investment in Gold ist die eskalierende Blasenbildung auf dem Immobilienmarkt, die insbesondere durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken angeheizt wird. Da auch die Aktienmärkte nach Ansicht vieler Experten teilweise stark überbewertet sind, dürfte zum einen eine Korrektur immer wahrscheinlicher und zum anderen eine sichere Alternative immer wichtiger werden. Ob aber die 5.000-er Marke wirklich geknackt wird, wie es Rob McEwen, Chairman kanadischer Goldproduzenten, am Rande der Mines and Money in Hong Kong prognostizierte, das sei noch dahin gestellt. Er sieht das Edelmetall in der Mitte eines Trends, der bis 2015 anhalten könnte. Auch wenn es nicht so weit nach oben geht, für ein Ansteigen des Goldpreises sprechen derzeit aber viele Indizien.