Aktueller Goldkurs

24.03.17, 21:59 Uhr (GMT)

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Zinsen und Renditen niedrig – Goldpreis steigt

Die schlechten US-Arbeitsmarktdaten reichten vor einer Woche aus, um dem Edelmetall innerhalb weniger Minuten einen Preissprung um 30 US-Dollar für die Feinunze nach oben zu verpassen. Seither ging es sukzessive bergauf, bei 1.270 US-Dollar je Feinunze bewegt sich der Goldpreis aktuell seitwärts – selbst der US-Investor George Soros schichtet seine Aktien derzeit in Gold um.

Die große Frage: Was macht die FED?

Die Daten vom US-Arbeitsmarkt konnten Experten nicht wirklich überraschen, viel zu deutlich sind nämlich die “inoffiziellen Informationen. Trotzdem bleibt die spannende Frage, wie sich Janet Yellen in der nächsten Woche in Bezug auf die eigentlich angekündigte Zins-Anhebung äußern wird – laut FED Fund Futures ist der Markt ernüchtert: Für Juni wird keine Anhebung mehr erwartet, die Wahrscheinlichkeit für Juli wird mit 18 Prozent beziffert. Ein weiterer Preistreiber für Gold sind die Renditen der zehnjährigen US-Anleihen, die erneut gefallen sind und somit für eine zusätzliche Unterstützung sorgten.

Das große Kaufen: EZB weiter Anleihekäufe auf Unternehmen aus

Im Gegenzug pumpt Draghi weiter Geld in die Märkte, nun widmet sich die EZB zusätzlich europäischen Unternehmen. Das bisherige Bemühen war inklusive der nach wie vor verfolgten Null-Zins-Politik nicht dazu geeignet, die Inflation in der EU auch nur in die Nähe der gewünschten Marke von knapp unter 2,0 Prozent zu hieven. Was zunächst als negativer Faktor für den Goldpreis gelten könnte, denn das Edelmetall gilt als Sicherheit gegen den Wertverlust bei hoher Inflation, erweist sich nun als Stabilisator: Die Unsicherheit, die derart verzerrte und manipulierte Märkte bergen, macht Investoren immer vorsichtiger.

Die gestrige Meldung, das George Soros seine Aktieninvestments in Gold umschichten und seine Bestände hedgen würde, passt genau ins Bild. Die Nachfrage aus der Schmuckindustrie ist aktuell zwar relativ schwach, aber die Notenbanken, insbesondere China und Russland, kaufen beständig weiter. Noch stärker beeinflussen jedoch die Gold-ETFs die Preise. Nun darf gespannt abgewartet werden, wie die Märkte das Vorgehen von Soros einordnen.

Die Charts: Widerstand wurde durchbrochen

Den wichtigen Widerstand bei 1.260 bzw. 1.263 US-Dollar für die Feinunze hat das Edelmetall geschafft, der Weg bis auf 1.275 und in der Folge 1.280 US-Dollar je Feinunze ist bereitet. Sollte eine Gegenbewegung einsetzen, wird die Marke 1.250 US-Dollar für die Feinunze wichtig: Wird diese Unterstützung durchbrochen, könnte es wieder ungemütlicher werden. Allerdings sind die Gewinnmitnahmen der letzten Tage gut aufgefangen worden, die Zeichen deuten also auf einen weiteren Preisanstieg hin – zumal nun der “Soros”-Effekt noch zum Tragen kommen könnte.