Aktueller Goldkurs

27.07.17, 23:19 Uhr (GMT)

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Verunsicherte Marktteilnehmer: Folgt eine Renaissance im Goldpreis?

Der Brexit-Schock ist noch nicht verdaut, die Konsequenzen noch gar nicht absehbar – zumal ein klarer Plan der Befürworter nicht zu erkennen ist. Nach dem schwarzen Börsen-Freitag vor einer Woche konnten sich die Märkte wieder fangen, Gold blieb auf dem höheren Niveau stabil. Wie geht es weiter?

Entscheidung für den Brexit – Börsen mit kräftiger Korrektur

Die Stimmen waren noch nicht richtig ausgezählt, da zeichnete sich bereits eine drastische Börsenreaktion ab: Sowohl die großen Indizes als auch die britische Währung mussten kräftig Federn lassen. Konnten sich die Aktien weitestgehend erholen, bewegt sich das Britische Pfund nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Zu groß sind die Unsicherheiten, die mit einem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU einhergehen. Die politischen Entscheidungsträger in UK haben es in den vergangenen Tagen auch nicht geschafft, eine klare Linie für die verschiedenen nun möglichen Szenarien erkennen zu lassen – offensichtlich haben sie keine.

Premierminister Cameron hat bereits den Rücktritt erklärt, der größte Brexit-Verfechter Boris Johnson, der nun eigentlich am Ziel seiner Kampagne angelangt ist, will für dieses Amt gar nicht kandidieren. Zwischenzeitlich schlägt die Stimmung in UK um, Fremdenfeindlichkeit bricht sich Bahn, große Unternehmen erwägen den Wegzug – dabei ist der Antrag gemäß Artikel 50 der EU-Verträge noch gar nicht gestellt und wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen.

Goldpreis mit enormem Potenzial

Der Satz nach oben war vorprogrammiert: Die 1.300 US-Dollar für die Feinunze wurden bei allen Gewinnmitnahmen gehalten, aktuell notiert das Edelmetall bei 1.330 US-Dollar je Feinunze. Eine starke Unterstützung setzt die Marke bei knapp 1.300 US-Dollar je Feinunze nach unten, nach oben gelten 1.358 US-Dollar für die Feinunze als wichtige Linie: Diese zuletzt erreichte Höhe dürfte ein Widerstand sein, nach dessen Überwindung ein erneuter Höhenflug möglich wäre.

Und da sehen Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek, die Rohstoffexperten von der Investment-Boutique Incrementum AG, ein enormes Potenzial: Sie formulieren in ihrem Report “In Gold we Trust” elf Punkte, die für einen Preisanstieg auf 2.300 US-Dollar für die Feinunze sprechen – bis zum Jahr 2018. In erster Linie spielt die Notenbank-Politik der extrem niedrigen Zinsen die Hauptrolle, denn sowohl die Beibehaltung des Zinsniveaus als auch die sukzessive Anhebung bergen mittlerweile enorme Risiken, die sich schlichtweg als Lose-Lose-Situation beschreiben lässt. Beziehen wir nun noch die Verwerfungen durch den Brexit, ob er nun vollzogen wird oder nicht, mit ein, kann diese Schlussfolgerung nur unterstrichen werden – für Gold zeichnet sich wohl wirklich eine Renaissance ab.