Aktueller Goldkurs

14.08.18, 16:24 Uhr (GMT)

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US-Strafzölle nun doch beschlossen – Goldpreis bleibt stabil

US-Präsident Donald Trump macht erneut seine Ankündigungen wahr, die US-Strafzölle werden kommen. Die EU will mit Gegenmaßnahmen reagieren – Turbulenzen auf den Märkten sind zu erwarten.

Goldpreis kann nicht deutlich von Turbulenzen profitieren

Die Marke von 1.300 US-Dollar für die Feinunze Gold bleibt nach wie vor Dreh- und Angelpunkt, angesichts der volatilen Märkte präsentiert sich das Edelmetall derzeit als Fels in der Brandung – kommt aber auch nicht spürbar von der Stelle. Derzeit dominieren Unsicherheiten das Geschehen, auch wenn die beschlossenen US-Strafzölle nicht unerwartet kamen: Donald Trump hatte sie bereits seit Wochen angekündigt, den Beschluss zwar verschoben, aber letztendlich doch nur das eingelöst, was er zuvor versprochen hatte. Es bleibt zu diskutieren, ob ein solcher Weg konstruktiv ist und die US-Wirtschaft wirklich stärkt, nun ist er aber Fakt. Die EU hat postwendend Gegenmaßnahmen angekündigt, die Drohungen aus den USA folgten prompt – die Märkte reagierten entsprechend: Sowohl die großen Aktienindizes als auch der US-Dollar haben verloren.

Gleichzeitig konnte die europäische Gemeinschaftswährung wieder an Stärke gewinnen, seit sich in Italien nach der gescheiterten Regierungsbildung die Chance auf einen Kompromiss abzeichnet. Die Marke von 1,16 US-Dollar für den Euro wurde wieder deutlich nach oben übertroffen, die 1,17 sind in Schlagweite. Offenbar werden enorme Anstrengungen unternommen, um eine Neuwahl zu verhindern, deren Ausgang absolut ungewiss wäre. Präsident Mattarella lässt die beiden Protagonisten, nämlich Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung und Matteo Salvini von Lega Nord, nun ohne zeitliches Limit über eine mögliche Koalition verhandeln. Für den Euro war diese Entscheidung ebenso positiv wie für die italienischen Staatsanleihen, deren Risikoaufschläge wieder sanken. Offenbar fürchten die Marktteilnehmer einen erneuten Wahlgang und die damit verbundenen Unwägbarkeiten mehr als eine Regierung der beiden als populistisch geltenden Parteien.

Steigende Inflation: Kann der Goldpreis diesen Impuls nutzen?

Es sind vor allem die Rohstoff- und Energiepreise, die die EU-Inflationsrate im Mai überraschend auf 1,9 Prozent steigen ließen. Nach dem verhaltenen April waren nur 1,6 Prozent erwartet worden, doch die um 6,1 Prozent höheren Preise für Energie und in erster Linie Öl ließen dann auch die Teuerungsrate insgesamt nach oben schnellen. Damit ist die von der EZB ausgegebene Zielmarke von knapp 2 Prozent erreicht – allerdings dürfte der Spielraum für Reaktionen ausgesprochen eng sein: Mit einer Zinsanhebung für den Euro-Raum würde die ohnehin schwache Konjunktur im Euro-Raum wieder unter Druck geraten, entsprechende Maßnahmen werden daher frühestens für den Sommer des kommenden Jahres erwartet. Nun bleibt abzuwarten, ob und wie der Goldpreis von dieser Entwicklung profitieren kann – als Hort der Stabilität hat er sich bereits bewährt.