Aktueller Goldkurs

25.09.17, 20:53 Uhr (GMT)

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US-Aktien auf Rekordhoch – Goldpreis unter Verkaufsdruck

Der Bruch der wichtigen Linie von 1.200 US-Dollar je Feinunze öffnete die Schleusen, Investoren verkauften ab – der Goldpreis stürzte unter 1.180 US-Dollar je Feinunze. Der Risikohunger scheint wieder zu wachsen, seit der Dow Jones sich zu neuen Höhen aufschwingt.

“Trump-Effekt” frisst Jahresgewinn im Goldpreis auf

Seit der Wahl des neuen US-Präsidenten musste das Edelmetall kräftig Federn lassen, jetzt fiel sogar die psychologisch so wichtige Marke von 1.200 US-Dollar für die Feinunze und löste eine weitere Verkaufswelle aus – Gold ist aktuell so preiswert, wie es seit Anfang diesen Jahres nicht mehr war. Im Gegenzug kletterte der Dow Jones weit über 19.000 Punkte und markierte ein neues Rekord-Hoch. Aber auch der US-Dollar ist stark wie lange nicht mehr, zuletzt hatte der US-Dollar-Index im März 2003 einen solchen Stand. Als auch noch gute Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten gemeldet wurden, verstärkte sich diese Entwicklung – selbst die zehnjährigen US-Staatsanleihen konnten erstmals seit Mitte 2015 wieder davon profitieren: Die Rendite stieg über 2,4 Prozent.

Offenbar ist der Optimismus und damit auch die Risikofreude an die US-Märkte zurückgekehrt: Donald Trump hat mit der Ankündigung seines Investitionsprogramms eine Dynamik ausgelöst, die so wohl keiner auf der Rechnung hatte. Die zu erwartenden positiven Effekte wurden bereits eingepreist – eine Paradebeispiel dafür, dass Marktentwicklungen immer auch etwas mit Psychologie zu tun haben. Verbreitet sich eine Aufbruchsstimmung, wie wir das im Moment beobachten können, steigt in Erwartung der Wirtschaftsbelebung auch die Risikobereitschaft – die Investoren wollen den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg nicht verpassen. Es bleibt nun abzuwarten, wie und in welchem Umfang Donald Trump seinen Ankündigungen Taten folgen lässt.

Weitere Faktoren – Gold in den Charts

Es ist nicht verwunderlich, dass auch die Gold-ETFs Abflüsse zu verzeichnen haben, in dieser Woche schrumpfte der Bestand auf rund 1.900 Tonnen zusammen, was innerhalb der letzten fünf Monate einen Tiefpunkt markiert. Unsicher machen aber auch Meldungen aus Indien, wo eine Währungsreform im Gange ist: Die Regierung hatte überraschend die häufig verwendeten Geldscheine über 1.000 und 500 Rupien für ungültig erklärt, um durch einen Umtausch gegen Korruption und Schwarzarbeit vorzugehen. Gleichzeitig macht das Gerücht die Runde, Indien wolle den Import von Gold verbieten – mit rund 100 Tonnen im Monat ist Indien jedoch ein wichtiger Preistreiber.

Sollte das Edelmetall weiter einbrechen und die Marke von 1.175 US-Dollar für die Feinunze erreichen, muss mit einer Abwärtsbewegung bis 1.163 und in der 1.160 US-Dollar für die Feinunze gerechnet werden. Im Gegenzug kann erst bei 1.200 US-Dollar je Feinunze von leichter Entspannung geredet werden.