Aktueller Goldkurs

20.11.17, 14:21 Uhr (GMT)

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Unsicherheit an den Märkten: Goldpreis auf dem Sprung

Die Zeichen standen für das Edelmetall nicht gut, da die Aktien ihren Höhenflug eindrucksvoll wieder aufgenommen haben. Und doch legte der Goldpreis innerhalb kürzester Frist um 17 US-Dollar je Feinunze zu – was ist auf den Märkten los?

Globale Situation war nicht perfekt für Gold – Korrektur von kurzer Dauer

Auf 1.260 US-Dollar für die Feinunze sackte der Goldpreis durch, er DAX auf über 12.800 und der Dow Jones auf mehr als 21.200 Punkte anstiegen und nachdem die ADP mit ihren positiven Prognosen zum US-Arbeitsmarkt für Aufsehen sorgte. Die Stimmung hielt sich allerdings nicht lang, denn der offizielle Arbeitsmarktbericht wies deutlich schwächere Zahlen aus: Im Mai wurden lediglich neue 138.000 Arbeitsplätze registriert, die Partizipationsrate sank auf 62,7 Prozent. Auch die leicht gesunkene Arbeitslosenquote kann über die offensichtliche konjunkturelle Schwäche nicht hinwegtäuschen. Auch wenn derzeit die Erwartungen in Bezug auf eine Zinsanhebung durch die FED, die für Mitte Juni vorgesehen war, noch hoch ist, bleibt die Umsetzung zunächst abzuwarten.

Auf der anderen Seite der Welt üben sich die Käufer indessen in Zurückhaltung: In Indien wird zum 1. Juli die Einführung einer Mehrwertsteuer, die sich zwischen einem und fünf Prozent bewegen soll, auf Gold erwartet. Bislang gibt es aber noch keine Klarstellung, eventuell werden am Wochenende Details verkündet. Fakt ist, sollte der Mehrwertsteuersatz relativ hoch ausfallen, dürfte ein kurzfristiger Run auf das Edelmetall einsetzen.

Goldpreis springt nach oben – wie geht es weiter?

Direkt nach der Verkündung der US-Arbeitsmarktdaten nahm das Edelmetall Anlauf und schnellte auf über 1.277 US-Dollar für die Feinunze, um sich seither seitwärts zu bewegen. Hier spiegelt sich das fragile Vertrauen der Märkte wider, dass bei kleinsten Erschütterungen direkt reagiert. Natürlich nehmen die globalen Unsicherheiten zu, wenn die US-Regierung den Ausstieg aus dem Klimaabkommen erklärt und damit vollkommen unklar ist, unter welchen Voraussetzungen dort weiterhin produziert werden wird. Gleichzeitig sackt der Ölpreis wieder kräftig durch, obwohl die Lagerbestände abgebaut wurden.

Ebenso fatal sind die aktuellen Schlagzeilen um Audi, der Autohersteller sieht sich mit dem Vorwurf der Abgasmanipulation konfrontiert. Nun möchte man meinen, dass dies ja nichts Neues wäre: Der Vorwurf kommt allerdings vom deutschen Verkehrsminister Dobrindt und wurde öffentlich geäußert. Hier befindet sich so langsam die gesamte deutsche Autoindustrie auf der Anklagebank, ob die bisherige Verteidigungsstrategie sich als probat erweist, bleibt indes abzuwarten. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger Gold im Blick behalten, auch wenn die Risikofreude angesichts der hohen Aktienkurse nach wie vor ungebrochen scheint – der Umschwung kommt in der Regel schnell.