Aktueller Goldkurs

16.01.17, 19:15 Uhr (GMT)

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Überraschend hohe Inflation und schwacher US-Dollar: Goldpreis steigt

Mit einem kräftigen Sprung nach oben reagiert der Goldpreis auf einen Greenback, der sich gegen chinesische und mexikanische Interventionen zur Wehr setzen muss. Ein weiterer Preistreiber: Die deutsche Inflationsrate ist auf 1,7 Prozent angestiegen – beste Zutaten für Gold.

US-Dollar unter Druck – China und Mexiko verkaufen

Die Schlacht ist eröffnet: Die chinesische Notenbank hat ihren Yuan innerhalb von zwei Tagen dramatisch nach oben gepusht, Mexiko warf ebenfalls US-Dollar-Bestände auf den Markt – und will es wieder tun. Die US-Währung musste nachgeben, selbst der Euro konnte kurzzeitig über 1,06 US-Dollar aufwerten und kämpft aktuell um diese Marke. Angesichts der eigentlich positiven Daten aus der US-Wirtschaft kam diese Entwicklung überraschend. Die Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe gaben ebenso Anlass zur Hoffnung wie der ISM-Index. Allerdings fiel der ADP-Bericht zum Arbeitsmarkt schwach aus, vor allem die fortgesetzten Arbeitslosenanträge markierten ein neues Vier-Monats-Hoch. Nun bleibt es abzuwarten, ob die massiven Dollar-Abverkäufe auch auf den Aktienmarkt durchschlagen.

Überraschung: Dezember-Inflation in Deutschland bei 1,7 Prozent

Nach 0,8 Prozent im November macht die Teuerungsrate in Deutschland einen Satz nach oben, um rund 1,7 Prozent verteuerten sich demnach die Waren, die zur Bemessung herangezogen werden. Einen wesentlichen Anteil dürfte Öl respektive Benzin haben, das im letzten Monat des Vorjahres nach der Einigung der OPEC-Länder kräftig angezogen hatte. Ob dies Bestand haben wird, muss sich allerdings erst zeigen, denn es mehren sich die Anzeichen, dass einige Mitgliedsländer der OPEC nicht viel von der Umsetzung der festgelegten Förderdrosselung halten.

Gold: 1.200 US-Dollar für die Feinunze im Blick

Rutschte der Goldpreis Anfang der Woche noch unter die Marke von 1.150 US-Dollar für die Feinunze, gelang in der Folge der erste wichtige Sprung über 1.160 US-Dollar je Feinunze. Mit 1.185 US-Dollar je Feinunze markierte das Edelmetall ein neues Hoch, das Hoffnung auf mehr macht. Kann sich der Aufwärtstrend gegen die Gewinnmitnahmen weiterhin durchsetzen, sind 1.190 und in der Folge 1.200 US-Dollar für die Feinunze die nächsten Ziele. Ein Rücksetzer unter 1.170 US-Dollar hingegen könnte zu einem Test der Unterstützung bei 1.165 US-Dollar für die Feinunze führen.

Die ohnehin starke Nachfrage nach physischem Gold hat in den letzten Tagen weitere Impulse erhalten, die nicht zuletzt auf die steigende Inflation zurückzuführen sind. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen droht ein massiver Wertverlust bei Geldvermögen, was ein Umschichten in sichere Anlagen umso wichtiger macht. Schlägt der schwächelnde US-Dollar auch noch auf die Aktienmärkte durch, steht wohl eine kleine Gold-Rallye ins Haus – Anleger sollten aufmerksam das Geschehen verfolgen.