Aktueller Goldkurs

12.12.17, 15:12 Uhr (GMT)

1.053 Euro | 1.242 USD

Turbulenzen zum Jahreswechsel – Gold als Krisenwährung?

Das alte Jahr verabschiedete sich mit einem politischen Paukenschlag: Antonis Samaras hatte zu hoch gepokert, Griechenland muss in den nächsten Wochen ein neues Parlament wählen – Ausgang ungewiss. Der Euro ging daraufhin im Verhältnis zum US-Dollar auf Talfahrt, mit knapp 1,21 markierte er einen neuen Tiefststand. Gold hingegen kann sich trotz einiger Rücksetzer wieder stabilisieren.

Gemeinschaftswährung auf dem Prüfstand

Das griechische Parlament sollte einen neuen Präsidenten wählen, um den kritischen Gegenstimmen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zu stark war der Widerstand gegen die harte Sparpolitik geworden, als dass Antonis Samaras sie länger hätte ignorieren wollen. Nur ging das Vorhaben nicht auf, seinem Kandidaten Dimas fehlten letztendlich 12 Stimmen im dritten Wahlgang. Nun muss das Parlament aufgelöst werden, die Griechen werden an die Wahlurnen gerufen. In den Umfragen führt nach wie vor das linke Bündnis Syriza – was als vertrauensbildende Maßnahme gedacht war, könnte den grundlegenden Wechsel in der griechischen Staatsführung einläuten. Zwar waren die Rufe nach einem Euro-Austritt auch bei der Opposition zuletzt weniger geworden, allerdings ist dieses Szenario nicht von der Hand zu weisen. Die Gemeinschaftswährung steht also vor einer Zerreißprobe, von einer Verlängerung der Schuldentilgung bis hin zum Schuldenschnitt ist alles möglich – der Euro verlor in der Folge prompt gegen den US-Dollar.

Die griechische Bevölkerung reagierte ebenso direkt wie die Regierung, beteuerte letztere, dass die Bankeneinlagen sicher wären, zogen die Bürger Bargeld in Größenordnungen ab. Die Angst um neue Bankenpleiten, um eine Belastung der Sparer wie zuletzt in Zypern ist ganz einfach zu groß. Vor diesem Hintergrund bekommt die Ankündigung der EZB, nun auch Staatsanleihen aufkaufen zu wollen, um die Banken in der Euro-Zone zu entlasten, eine ganz eigene Dynamik, auch wenn die Notwendigkeit zunächst auf die Verluste aus dem Kreditgeschäft mit Osteuropa zurückgeführt wurde. Die Sanktionen schlagen natürlich durch, die Belastungen aus geplatzten Bürgschaften für Griechenland sind allerdings auch nicht zu verachten.

Gold – stabil in der Krise

Der Goldpreis hatte sich vor Jahresende wieder auf 1.200 US-Dollar je Feinunze hochgearbeitet, bevor er einige Rücksetzer verkraften musste. Allerdings stabilisierte sich das Edelmetall wieder und notiert nun bei 1.183 US-Dollar je Feinunze. Angesichts des ungeheuer starken US-Dollar ist dies eine bemerkenswerte Leistung, denn die Korrelation mit dem Goldpreis hatte sich insbesondere in den letzten Monaten verstärkt. Allerdings ist die US-amerikanische Währung mit Vorsicht zu beobachten, der Kurs hat sich extrem weit vom gleitenden Durchschnitt entfernt. Für Gold bedeuten all diese Tendenzen, dass es als Krisenwährung immer wichtiger wird. Angesichts der ohnehin steigenden Nachfrage, entwickelt sich also ein interessantes Aufwärtspotenzial.