Aktueller Goldkurs

16.10.18, 20:58 Uhr (GMT)

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Schwere Woche für das Edelmetall – Goldpreis weiter unter Druck

Der Abwärtstrend der letzten Woche setzte sich fort, vor allem die durchgesickerten Nachrichten von der FED machten dem Edelmetall zu schaffen: Eine Zinsanhebung im Dezember sei nun eine “echte Möglichkeit”, ließ sich von Janet Yellen vernehmen – was auch immer das bedeuten mag. Die Goldpreis-Entwicklung ist aber zu differenzieren – nämlich nach der Handelswährung.

Unterstützung gefragt – Gold nähert sich kritischer Marke

Vor allem im US-Handel musste das Edelmetall eine Abfuhr hinnehmen, der sinkende Goldpreis löste eine Welle von automatischen Verkaufsanweisungen aus, die beispielsweise Gold-Futures vor weiteren Verlusten schützen sollten – was wiederum den Abwärtstrend verstärkte. Jetzt nähert sich Gold der vor allem für die Psyche wichtigen Marke von 1.100 US-Dollar je Feinunze, konnte sich aber in den letzten Stunden stabilisieren: Aktuell notiert das Edelmetall bei knapp 1.109 US-Dollar für die Feinunze, die weitere Entwicklung wird nicht zuletzt von den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten abhängen.

Die Wirtschaftsdaten waren durchweg nicht dazu angetan, in Jubelschreie auszubrechen: Brachen für Deutschland die Industrieaufträge wiederum ein, sahen sich auch die USA mit schwachen Zahlen konfrontiert. Trotzdem konnte der US-Dollar an Stärke gewinnen, selbst die großen Aktienindizes litten nicht unter den überkauften Werten – von den üblichen Marktschwankungen einmal abgesehen. Wir sehen hier die Auswirkungen eines globalen Währungskrieges: Wer seine eigene Währung auf einem niedrigen Niveau halten kann, erhofft sich Vorteile im Export und damit wichtige Impulse für die Volkswirtschaft. Dass die Nachfrage global gesehen sehr niedrig ist, spiegeln jedoch die Rohstoffpreise, allen voran natürlich das Rohöl, eindrücklich wider.

Gold als Anlageobjekt – hat es ausgedient?

Gleich vorweg: mit Sicherheit nicht. Betrachtet man die Gold-Charts in anderen Währungen, beispielsweise in Euro oder Türkischer Lira, stellt sich die Situation nämlich ganz anders dar. Insbesondere in der Türkei, aber auch in Brasilien konnte sich das Edelmetall zu neuen Höchstwerten aufschwingen. Es hängt also von der jeweiligen Währung ab, wie sich der Goldpreis tatsächlich darstellt. Oder besser: ob das Papiergeld das Gold noch wert ist.

Auch wenn einige Banken der Meinung sind, das Edelmetall gehöre nicht mehr ins Portfolio, da es schließlich keine Zinsen bringe: Gold ist per se keine Anlage, die sich mit einem festen Zinssatz rentiert. In erster Linie geht es um die Sicherheit, dass das Investment seinen Wert auch bei einem Geldwertverlust behalten wird. Angesichts der Tatsache, dass die Gold-Nachfrage aus dem asiatischen Raum unvermindert anhält und auch andere Länder, wie beispielsweise Russland, ihre Reserven weiter aufstocken, bleibt abzuwarten, wie viel für eine Feinunze in einigen Jahren zu bezahlen sein wird.