Aktueller Goldkurs

13.12.17, 17:34 Uhr (GMT)

1.061 Euro | 1.246 USD

Schweizer Überraschungscoup treibt Goldpreis an

Nach einer kämpferischen Woche, in der sich das Edelmetall immer wieder allen Angriffen wirkungsvoll entgegengesetzt hat und seinen Preis kontinuierlich steigern konnte, kommt der Aufwärtsschub ganz überraschend: Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat die Euro-Bindung des Schweizer Franken ohne Vorwarnung aufgekündigt – ein Ende mit Schrecken, das die folgenden Turbulenzen billigend in Kauf nimmt.

Stetig aufwärts und dann mit Schwung – Goldpreis im Aufwärtstrend

In den letzten Tagen hatte sich Gold bereits sukzessive auf 1.230 US-Dollar je Feinunze empor gearbeitet, um dann auf aktuell 1.257 US-Dollar je Feinunze zu springen. Ursache war die Lösung des Schweizer Franken vom Euro, die Schweizer Nationalbank hat überraschend die Reißleine gezogen. Bisher wurde der Kurs von 1,20 Schweizer Franken für einen Euro immer wieder künstlich angehoben, um die Stärke der Schweizer Währung effektiv zu drücken. Der enorme Kapitalzufluss in den Alpenstaat wurde zu einem immer größeren Problem, sodass die Banken sich bereits genötigt sahen, einen Strafzins für größere Einlagen zu erheben – auch dieser wurde im Zuge der heutigen Maßnahme erhöht.

Die Gemeinschaftswährung sackte daraufhin ebenso ab wie der US-Dollar – jedenfalls im Verhältnis zum Schweizer Franken. Ob sich der Euro wieder so weit erholen kann, dass er den aktuellen Gleichstand mit dem Schweizer Franken hinter sich lässt, muss abgewartet werden. Natürlich hat die Schweizer Börse drastisch nachgegeben, zwischenzeitlich betrug der Verlust rund 15 Prozent, der sukzessive auf zehn Prozent zurückgegangen ist. Die deutschen Indizes legten zunächst ebenfalls den Rückwärtsgang ein, um sich dann kräftig zu erholen, denn ein schwacher Euro beflügelt die Exporte – im Gegenzug haben es die Schweizer Export-Unternehmen in der nächsten Zeit sehr schwer.

Hintergründe und Aussichten für Gold

Diese überraschende Entscheidung, die im Jahr 2011 eingeführt Euro-Kopplung kurzerhand aufzulösen, hat nicht zuletzt mit der drastischen Euro-Schwäche zu tun. Natürlich werfen auch die wahrscheinlichen EZB-Ankäufe von Staatsanleihen, für die der Europäische Gerichtshof zumindest grünes Licht signalisiert hat, ihre Schatten voraus: Die Politik der Schweizer Notenbank ist vollkommen anders ausgerichtet. Nun steht zu erwarten, dass die enormen Währungsmengen, die die SNB noch hortet, ihren Weg in sichere Anlagen finden werden – natürlich auch Gold.

Für das Edelmetall entwickeln sich die Aussichten also positiv, denn diese Turbulenzen, die die Schweizer Unternehmen allein heute rund 140 Milliarden Schweizer Franken gekostet haben dürften, sind ein Warnschuss. Auf der Suche nach Geldanlagen wird die Sicherheit einen immer größeren Stellenwert einnehmen, Gold gehört in jedem Fall zu den Rohstoffen, die diese bieten können. Die Rallye hat begonnen, schnelles Agieren sichert einen interessanten Wertzuwachs.