Aktueller Goldkurs

22.09.17, 22:59 Uhr (GMT)

1.085 Euro | 1.297 USD

Schockstarre gelöst – Goldpreis mit ordentlicher Performance

Die Spannung vor der FED-Entscheidung hat die Märkte über weite Teile der letzten Tage fast erstarren lassen. Seit Donnerstag zeigte sich zunächst eine zaghafte Belebung, die mit Bekanntwerden der weiteren Niedrigzinspolitik in einen kräftigen Sprung nach oben mündete: Von knapp über 1.100 US-Dollar je Feinunze stieg das Edelmetall auf mehr als 1.130 US-Dollar je Feinunze – jetzt ist auch mehr möglich.

Goldpreis – Charts stehen auf Grün

Der bisherige Widerstand lag bei 1.126 US-Dollar je Feinunze – und ist bereits Vergangenheit. Damit ist der Weg frei, um bis auf 1.143 bis 1.148 US-Dollar je Feinunze zu steigen. Für eventuelle Rücksetzer sollte die Unterstützung bei 1.114 US-Dollar für die Feinunze intakt sein. Kritisch wird es erst, wenn der Goldpreis wieder unter die 1.109 US-Dollar-Marke fällt. Die Voraussetzungen sind also gut, dass das Edelmetall ordentlich Fahrt aufnehmen könnte – die derzeitige Fundamentaldaten sprechen ebenfalls dafür.

Krisen an allen Ecken – EU vor neuen Zerreißproben

In diesen Tagen werden die Schlagzeilen von der Flüchtlingskrise dominiert, die wir als Westen selbst mit verursacht haben – und trotzdem an den entscheidenden Stellen nicht haben kommen sehen. Dabei waren die Anzeichen da und die Entwicklung nur folgerichtig. Nun stehen wir vor Herausforderungen im Inland, insbesondere aber in der Europäischen Union, die diesem Namen erst einmal gerecht werden muss. Stringente Strategien sind jetzt gefragt, Taten sollten die Worte endlich ablösen: Hier geht es schließlich um Menschen und nicht um abstrakte Verwertungsgrößen.

Nicht zu vergessen ist die Griechenland-Wahl am Sonntag, die die bereits aufgerissenen Gräben in der EU noch vertiefen könnten. Das Risiko, dass keine Regierungsmehrheit erreicht wird, ist immens – damit sind alle bereits beschlossenen und ohnehin fragwürdigen Maßnahmen wieder in Gefahr. Im Zusammenspiel mit den sehr fragilen asiatischen Börsen und den durch die extrem niedrigen Rohstoffpreise zunehmend unter Druck geratenen Schwellenländer ergeben sich große Unsicherheiten für die Weltwirtschaft. Die Entscheidung der FED, aktuell keine Entscheidung zu treffen und diese auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, ist deshalb nachvollziehbar: Auch die US-amerikanische Wirtschaft weist nicht die notwendige Stärke auf, um nachhaltige Impulse zu liefern. Im Gegenteil, eine Zinsanhebung würde zu dramatischen Verwerfungen führen, da die Finanzierungskosten selbst bei kleinsten Zinssprüngen exorbitant steigen würden.

Gold – Sicherheit für Krisenzeiten

Angesichts der vielfältigen Krisen, die aktuell an zahlreichen Fronten hochkochen, dürfte der Preisanstieg für Gold auf eine verstärkte Nachfrage sicherheitsorientierter Investoren zurückzuführen sein: Der stabile Hafen, den das Edelmetall de facto darstellt, wird den zunehmenden Unwägbarkeiten vorgezogen – auch zu Lasten einer möglichen Rendite.