Aktueller Goldkurs

29.06.17, 07:37 Uhr (GMT)

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Rohstoffe insgesamt unter Druck – Goldpreis sackt durch

In den USA zeichnet sich eine Zinsanhebung ab, auch die EZB zeigt sich überraschend optimistisch – die Auswirkungen auf die Märkte sind unterschiedlich. Für Gold ging es zunächst bergab – allerdings steigt auch die Inflation.

Positive Signale vom Arbeitsmarkt – FED zunehmend im Zugzwang

Die ADP geht von einer positiven Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt aus, die deutlich über den Erwartungen liegt. Selbst wenn die Bestätigung noch fehlt, wertete der US-Dollar ebenso prompt auf wie die US-Staatsanleihen, deren Rendite derzeit so hoch wiest, wie seit fast drei Monaten nicht mehr. Für die FED gäbe es dann kaum noch Argumente gegen eine Zinsanhebung – die Märkte haben dies ohnehin bereits eingepreist.

Der Goldpreis brach in der Folge unter die wichtige Marke von 1.200 US-Dollar für die Feinunze ein, was nicht zuletzt den aus der Charttechnik heraus ausgelösten Anschlussverkäufen geschuldet ist: Die Trader, die ihre Kaufsignale manuell oder automatisch aus den Kurven der Kurse ableiten, haben angesichts dieser Entwicklung ihre Positionen short gestellt – und damit den Preisverfall noch verstärkt.

EZB-Pressekonferenz: Mario Draghi überrascht mit seinem Optimismus

Die Erwartungen waren ausgesprochen niedrig, als die Pressekonferenz der EZB ihren Lauf nahm, Neuigkeiten waren unwahrscheinlich. Dann jedoch verkündete Mario Draghi, dass er keine weiteren Maßnahmen plane, die Risiken wären nicht mehr so drastisch nach unten gerichtet, die Inflation stiege in diesem Jahr deutlich an. Zeichnet sich hier ab, dass die extreme Geldpolitik ihren Höhepunkt überschritten hat?

Es wird sicher noch einige Zeit brauchen, bis die Anleihekäufe durch die EZB reduziert oder gar die Zinsen für den EU-Raum angehoben werden – vor den Wahlen wird hier nichts passieren. Abzuwarten bleibt nun, wie die Märkte reagieren: Einerseits geraten die deutschen Staatsanleihen unter Druck, andererseits ist nicht klar, ob der Aktienmarkt wirklich positiv reagiert. Ist dieses Statement nun ein Zeichen, dass es aufwärts geht – oder kann die EZB einfach nicht mehr liefern? Eine Möglichkeit wäre das Abfließen von Kapital aus den Staatsanleihen in Richtung Aktien, die nächste Zeit wird es zeigen.

Anleger vor wichtiger Entscheidung: Inflation steigt – Vermögen schützen

Auch wenn der Goldpreis nachgegeben hat, darf eine Tatsache nicht ausgeblendet werden: Die enorme Geldmenge muss sich über kurz oder lang in hohen Inflationsraten niederschlagen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die EU als solche, in den kommenden Wochen werden die Weichen neu gestellt. Sich hier mit einem Investment in Gold, vor allem in kleinen Stückelungen, auf alle Eventualitäten vorzubereiten, empfiehlt sich gleich aus mehreren Gründen: Das Vermögen wird vor dem massiven Geldwertverlust geschützt, gleichzeitig sind Anleger auf potenzielle Verwerfungen optimal vorbereitet.