Aktueller Goldkurs

18.06.18, 11:10 Uhr (GMT)

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Märkte warten ab – Goldpreis immer noch unentschieden

Die wichtige Marke von 1.300 US-Dollar für die Feinunze Gold scheint noch immer unüberwindbar – und das obwohl die Nachrichten aus aller Welt Anlass zur Besorgnis geben.

Goldnachfrage im Mai regional unterschiedlich

Der Monat Mai brachte keinen Befreiungsschlag für den Goldpreis: Auf den asiatischen Markt ließ die Nachfrage nach dem Edelmetall erwartungsgemäß nach. Wie das indische Finanzministerium meldet, wurden nur 77,6 Tonnen Gold importiert – und damit 39 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf die ersten fünf Monate des Jahres hochgerechnet ergibt sich somit ein Importrückgang von 42 Prozent. Für die kommende Zeit ist ohnehin mit einer schwachen Nachfrage gerechnet, der Monsun steht bevor und die Hochzeitssaison nähert sich ihrem Ende. Außerdem hat die indische Rupie abgewertet, Gold ist somit für Einheimische empfindlich teurer geworden.

Auf der anderen Seite zogen die Münzverkäufe in den USA kräftig an: Im Mai wurden 24.000 Feinunzen bezogen, was das Fünffache im Vergleich zum Vormonat ausmacht. Und doch ließ die Nachfrage insgesamt nach, in den ersten fünf Monaten 2018 schrumpfte der Verkauf von Goldmünzen auf die Hälfte, wird die Menge im Vorjahreszeitraum als Maßstab angesetzt – und das trotz des aktuell günstigen Goldpreises von knapp 1.300 US-Dollar für die Feinunze.

Globales Umfeld: Goldpreis mit Ladehemmungen

Die Märkte schauen gespannt auf die FED, auf die EZB, auf die EU, auf die OPEC, auf die Krisenregionen dieser Welt – die Impulse sind ausgesprochen widersprüchlich, was den Goldpreis nicht vom Fleck kommen lässt. Hebt die FED nun erneut die Zinsen an, werden die Aktienmärkte ebenso freundlich reagieren wie die US-Staatsanleihen – negativ für den Goldpreis. Die Europäische Union steht mal wieder vor einer Zerreißprobe, nachdem sich die neue Regierung in Italien schon lautstark mit ihren Forderungen nach einem Schuldenschnitt an die EZB gerichtet hat – auch das ist negativ für den Goldpreis, da die Gemeinschaftswährung geschwächt und im Gegenzug der US-Dollar gestärkt wird.

Und doch sieht das Research-Unternehmen GFMS im kürzlich erschienen Gold Survey 2018 ein erhebliches Potenzial nach oben – bis auf 1.500 US-Dollar für die Feinunze könnte sich demnach das Edelmetall noch 2018 verteuern. Die Begründung bezieht sich auf die geopolitischen Krisenherde, deren Zahl immer weiter steigt, aber auch auf die unberechenbare Politik des US-Präsidenten. Ein weiterer wichtiger Impuls könnte aus Richtung Notenbanken kommen: Insbesondere die Zentralbank Chinas könnte ihre Goldaufkäufe wieder intensivieren, schließlich hat sie seit dem Oktober 2016 keinerlei Anpassungen der Reserven mehr durchgeführt. Gold-Anleger sollten daher die Nachrichten im Blick behalten und den günstigen Goldpreis nutzen.