Aktueller Goldkurs

15.10.18, 12:54 Uhr (GMT)

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Kein entschiedenes Signal von der EZB – Gold unter Druck

Trotz der grassierenden Deflations-Angst hat sich die EZB nicht zu weiteren Maßnahmen durchringen können, der Goldpreis geriet unter Druck. Allerdings konnte er den ETF-Abflüssen trotzen, eine Trendwende bleibt also wahrscheinlich.

Fehlende Inflation – schlecht für den Goldpreis

Für den Euro-Raum wurde eine durchschnittliche Inflationsrate von sehr niedrigen 0,5 Prozent ermittelt. Das Risiko einer deflationären Entwicklung ist also nicht gebannt, für die südlichen EU-Länder ist sie bereits Realität. Das von der EZB angepeilte Ziel bei der Teuerungsrate von 1,8 bis 2,0 Prozent wird weit verfehlt, so dass Experten durchaus drastischere Maßnahmen erwartet hatten. Allerdings bleibt es beim Leitzins von 0,25 Prozent, Bankeinlagen werden weiter mit 0,0 Prozent geführt. Wie Mario Draghi, Präsident der EZB, in der Pressekonferenz am Donnerstag mitteilte, würde das Gremium geopolitische und Währungs-Risiken im Bick behalten, hätte sich aber einstimmig auf unkonventionelle Maßnahmen abgestimmt. In der Folge der Entscheidung gerieten der Goldpreis und der Euro im Verhältnis zum US-Dollar zunächst leicht unter Druck, blieben aber grundsätzlich stabil.

Prognosen – vorsichtig optimistisch

Da Gold grundsätzlich als sicherer Hafen bei hohen Inflationsraten genutzt wird, stehen die Zeichen im Euro-Raum derzeit eher schlecht. Allerdings geben einige Signale einen Anlass zur vorsichtigen Hoffnung. Zum einen gab es angesichts der ETF-Abflüsse keinen weiteren Preisrutsch, zum anderen könnte die Nachfrage aus Indien stärker steigen, als dies bisher erwartet wurde. Dort zeichnet sich nämlich ab, dass die Goldrestriktionen sukzessive gelockert oder auch aufgehoben werden. Das Leistungsbilanzdefizit sei nun unter Kontrolle, so Haresh Soni, der Vorsitzende des Verbandes der Schmuckhändler. Die Indische Zentralbank hatte bereits im März weiteren Banken die Erlaubnis für den Gold-Import erteilt.

Auf der anderen Seite werden die Konjunkturdaten der US-Wirtschaft erwartet, die sich wiederum zunächst negativ auf den Goldpreis auswirken könnten. Grundsätzlich stabilisiert sich die Wirtschaftsentwicklung zwar, allerdings dürfen die immensen Unterstützungsmaßnahmen der FED nicht außer Acht gelassen werden. Es bleibt auch abzuwarten, inwieweit die immer stärker in Kritik geratenden Fracking-Bemühungen wirklich zu Wachstumstreibern werden können. Die kritischen Berichte mehren sich, dass eine Kostenexplosion die Preise für auf diese Weise gewonnenes Gas nach oben treiben und damit die prognostizierte Weltmarktführerschaft in Gefahr bringen könnte.

Ein Blick auf den Gold-Chart zeigt, dass nach dem Doppeltief bei 1.190 US-Dollar im letzten Jahr die Aufwärtsbewegung am Widerstand bei 1.350 US-Dollar je Feinunze abgeprallt ist. Nun wird bei 1.280 US-Dollar die Unterstützungslinie aus dem letzten Jahr getestet. Wenn der Aufwärtstrend zurückerobert werden kann, dürfen die Signale auf “Kaufen” gestellt werden.