Aktueller Goldkurs

19.01.18, 12:32 Uhr (GMT)

1.092 Euro | 1.336 USD

Heftige Turbulenzen – auch beim Goldpreis

Das Edelmetall wurde in den letzten Tagen bis auf 1.218 US-Dollar je Feinunze durchgereicht, kann sich seither aber kräftig erholen. Angesichts der turbulenten Ereignisse kann dies nicht wirklich verwundern, widersprüchliche Signale ließen viele Anleger zunächst abwarten.

EU und die Ukraine – zarter Hoffnungsschimmer

Spielt die neue griechische Regierung im Moment alle Trümpfe sehr geschickt aus, um zu einer neuen Schuldenregelung mit EZB und den EU-Mitgliedsstaaten zu gelangen, steht trotzdem der sogenannte Grexit noch immer im Raum. Zwar ist er unwahrscheinlich, denn keiner der Beteiligten kann sich diesen Schritt wirklich leisten – wird aber zu hoch gepokert, könnten sich unbeabsichtigte Wendungen entwickeln. EU und EZB haben dabei die deutlich schlechteren Karten, denn die potenziellen Nachahmer lauern schon auf jedes Zugeständnis, das an Griechenland gemacht wird.

Ein Verhandlungsmarathon in Minsk brachte zumindest einen kleinen Fortschritt in der Ukraine-Krise, Merkel, Holland, Putin, Poroschenko und die Separatistenführer konnten sich auf einen Waffenstillstand einigen. Am Sonntag soll er in Kraft treten, es bleibt zu hoffen, dass dies nur der Anfang war und alle notwendigen Schritte nun konstruktiv angegangen werden können. Zuletzt war der Konflikt deutlich verschärft worden, was nicht zuletzt der drastischen Rhetorik eines US-Senators McCain und des US-Vizepräsidenten Biden geschuldet war. Der kleine Hoffnungsschimmer reichte aber schon aus, um die Aktienmärkte wieder deutlich zu beleben – und Gold unter Druck zu setzen.

Goldpreis – trotz Turbulenzen gute Aussichten

Auch wenn die Gewinne seit Jahresanfang mit aktuell knapp 1.230 US-Dollar je Feinunze fast schon aufgebraucht sind, haben renommierte Vermögensverwalter das Edelmetall wieder auf dem Zettel: Die Nachfrage aus China steigt, der Tagesumsatz an der Shanghai Gold Exchange stieg zuletzt mit 45 Tonnen um 65 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die starke Korrektur, die der Goldpreis zuletzt wegen der vermeintlich positiven US-Arbeitsmarktdaten erfahren hatte, dürfte also kurzfristig wieder ausgeglichen werden – zumal ein näherer Blick auf die Informationen Gegenteiliges aussagt. Die Beschäftigungsquote ist nach wie vor äußerst niedrig, die Arbeitslosenstatistik eine sehr vage Angelegenheit.

In Euro hat Gold trotz der Turbulenzen seit Jahresbeginn gut zugelegt, auch das ist eine interessante Alternative. Natürlich kämpft der Goldpreis immer wieder mit den aufgeblähten Aktienmärkten, die von der Geldschwemme der Notenbanken profitieren – im März droht die nächste Welle, denn die EZB wird mit dem Anleihekaufprogramm beginnen. Allerdings wachsen auch die Risiken, denn die Märkte reagieren bereits bei kleinen Impulsen äußerst empfindlich. Ein Goldinvestment lohnt sich also auf lange Sicht, auch wenn die starken Schwankungen durchaus interessante Gelegenheiten für schnelle Geschäfte und Gewinne bieten.