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30.05.17, 11:10 Uhr (GMT)

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Großbritannien-Referendum wirft Schatten voraus: Gold auf neuem Jahreshoch

Was für ein Comeback für das Edelmetall: Schon zu Beginn der Handelswoche zeichnete sich ein leichter Aufwärtstrend, aber auch eine abwartende Haltung ab. Die FED-Presskonferenz war für Donnerstag angesetzt – es gab allerdings keine Überraschungen.

Das große Warten auf den möglichen Brexit

Die Märkte schalten schon auf Absicherungsstrategien um, sowohl die großen Indizes als auch die Rohstoffe gaben in den letzten Tagen kräftig nach. Ganz im Gegensatz zu den Staatsanleihen: Der deutsche Staat konnte quasi Geld dafür kassieren, dass Investoren im Geld leihen – verkehrte Welt. Vor dem Hintergrund der großen Unsicherheit in Bezug auf den Brexit ist diese Entwicklung allerdings fast nachzuvollziehen, denn sichere Anlage-Alternativen sind derzeit stark nachgefragt. Selbst die FED zögerte ihre Zinsanhebung hinaus, allerdings darf bezweifelt werden, ob dies einzig dem Referendum in Großbritannien geschuldet ist.

Eine nüchterne Betrachtung der Situation ist angebracht: Was würde also passieren? Das Vereinigte Königreich ist nicht Teil der Gemeinschaftswährung, an dieser Stelle ändert sich also nichts. Die Verträge müssen lediglich verändert werden, ähnlich dem Schweizer Modell. Natürlich ist die Verflechtung mit Großbritannien enger, als Mitglied der EU konnten Geschäfte leichter abgewickelt, mussten aber auch umfangreiche Richtlinien eingehalten werden. Das britische Pfund würde sicher zunächst nachgeben – zumindest bis alle Verträge neu sortiert sind.

Der Profiteur: Gold und andere Edelmetalle

Die große Unsicherheit an den Märkten zeigt sich nicht nur an der Investoren-Flucht aus den Aktien, sondern auch an den nachgebenden Rohstoffpreisen. Die Edelmetalle können allerdings massiv profitieren, denn sie sind generell ein probates Mittel, sein Vermögen auch in bewegten Zeiten in Sicherheit zu bringen: Schon zu Beginn der Woche kletterte der Goldpreis auf über 1.260 US-Dollar je Feinunze und konnte weiter steigen. Einen richtigen Sprung machte das Edelmetall allerdings, nachdem die FED ihrer Besorgnis in Bezug auf den Brexit Ausdruck verliehen hatte: Die 1.300 US-Dollar-Marke wurde geknackt, ein neuer Jahreshöchstwert konnte bei 1.314 US-Dollar je Feinunze markiert werden.

Ob die Luft nun aber ausreicht, um noch entschieden darüber hinauszugehen, das bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher ist eine Seitwärtsbewegung um die 1.300 US-Dollar für die Feinunze – bis dann das britische Volk am 23. Juni entschieden hat. Ein großer Druck nach unten besteht offensichtlich nicht, allerdings wäre ein Unterschreiten von 1.270 US-Dollar je Feinunze, nach oben dürfte bei 1.325 US-Dollar je Feinunze Schluss sein. Überraschungen sind natürlich immer möglich, zumal sich die Medien derzeit mit Horrorszenarien überschlagen und auch große Investoren ihren Rückzug in das Edelmetall proklamiert haben. In einer Woche wissen wir mehr – Gold wird bis dahin profitieren.