Aktueller Goldkurs

16.10.18, 21:37 Uhr (GMT)

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Griechische Anleger fliehen in Gold

Zwei Wochen nach dem Wahlsieg des griechischen SYRIZA-Politikers Alexis Tsipras herrscht unter hellenischen Anlegern immer noch große Verunsicherung. Viele Investoren suchen deswegen Zuflucht in dem sicheren Hafen Gold. Der europäische Online-Händler von Edelmetallen mit Sitz in Deutschland, CoinInvest GmbH, verbuchte zeitweise eine Verzehnfachung der Bestellungen aus Griechenland und der Run auf das Edelmetall hält weiterhin an.

Angesichts der anhaltenden Verunsicherung wollen griechische Anleger ihr Geld in Sicherheit bringen und da ist Gold als Krisenwährung häufig die erste Wahl, sagt Daniel Marburger, Director der CoinInvest GmbH. Das international tätige Unternehmen verzeichnete schon in den Wochen vor der Wahl eine steigende Nachfrage aus Griechenland, doch in den Tagen nach der Parlamentswahl und dem Wahlsieg des jetzigen Ministerpräsidenten Tsipras explodierte der Absatz regelrecht. So hatte sich in der Woche nach dem 26. Januar der Tagesumsatz verzehnfacht: Griechische Kunden bestellten in den fünf Werktagen nach dem Urnengang Goldbarren und -münzen mit einem Wert von rund 2,0 Mio. Euro. Der Durchschnitt liegt bei rund 200.000 Euro.

Die erhöhte Nachfrage aus Griechenland hielt auch in der zweiten Woche nach der Wahl an: Mit mehr als 400.000 Euro liegt der Wochenumsatz immer noch signifikant über dem Durchschnittswert. Hierbei muss zudem der zwischenzeitlich gesunkene Goldpreis berücksichtigt werden. Die Daten zeigen eindeutig, dass die Verunsicherung der griechischen Anleger andauert. Wir rechnen deswegen kurz- und mittelfristig mit einer anhaltend hohen Nachfrage, erläutert Marburger. Sechs Prozent der Besucher auf der Webseite von CoinInvest kommen aus dem südeuropäischen Land, derzeit liegt der Wert wesentlich höher.

Das für seine Funktion als sicherer Hafen bekannte Gold hat laut Marburger für griechische Anleger in der aktuellen Situation wesentliche Vorteile: So könnten große Werte einerseits recht einfach zu Hause gelagert werden. Zudem sei das Edelmetall auch im Hinblick auf den schwächelnden Euro wertstabil und könne in beliebige andere Währungen eingetauscht werden. Die Anleger machen sich außerdem unabhängig von dem griechischen Bankensystem, dessen Zukunft ungewisser denn je ist, sagt Marburger und verweist auf zahlreiche Gespräche mit Kunden aus Griechenland: Sie haben Angst vor Liquiditätsproblemen, einer Verstaatlichung und einer Pleite der Banken.