Aktueller Goldkurs

17.02.17, 22:59 Uhr (GMT)

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Goldpreisanstieg schnell eingefangen – wie geht es nun weiter?

Die US-Wahl ist gelaufen und hat für viele vermeintliche Experten eine große Überraschung gebracht. Die Börsen reagierten zunächst panisch, um sich nach der ersten Rede des designierten US-Präsidenten Donald Trump schnell wieder zu beruhigen – Gold inklusive.

The Winner ist Donald Trump – neuer US-Präsident gewählt

Mit diesem neuen Präsidenten hatten wohl die Wenigsten gerechnet, Donald Trump setzte sich bei der Wahl um das bedeutendste Amt der Welt wider Erwarten durch. Die Reaktionen an den Märkten ließen nicht lange auf sich warten, DAX und Dow Jones brachen ebenso ein wie der US-Dollar und andere Werte. Allerdings beruhigten sich die Gemüter relativ schnell wieder, nachdem Trump seine erste Rede als Wahlsieger gehalten hatte: Er schlug ruhige Töne in durchaus staatsmännischer Manier an, bedankte sich bei der Gegenkandidatin und versprach, der Präsident aller Amerikaner zu sein.

Trump tritt ein schweres Erbe an, außenpolitisch stehen die USA ebenso angeschlagen da wie im Inneren. Nun bleibt es abzuwarten, wie viel von den ehrgeizigen Plänen sich überhaupt umsetzen lassen. Die Befürchtungen scheinen allerdings nicht so groß zu sei, denn sowohl der US-Dollar als auch der Dow Jones legten wieder ordentlich zu – Letzterer verzeichnete sogar einen neuen Höchststand. Für Gold sah es zunächst gut aus, angesichts des starken US-Dollars währte die Freude jedoch nur kurz.

Weitere Aussichten für Gold – noch widersprüchlich

In der Wahlnacht schoss der Preis für das Edelmetall nach oben, mehr als 1.320 US-Dollar je Feinunze wurden notiert. Trotz Gegenwehr fiel der Goldpreis auf unter 1.260 US-Dollar für die Feinunze und bewegt sich seither seitwärts. Im Gegenzug erholte sich der US-Dollar: Schoss der Euro im Verhältnis zum US-Dollar direkt zur Wahlentscheidung auf 1,13 hoch, brauchte es nur kurze Zeit, um wieder unter 1,09 einzubrechen. Hier bestätigt sich wieder eine enge Korrelation zwischen der US-Währung und dem Goldpreis, ausschlaggebend für die Entwicklung waren aber wohl andere Faktoren.

Einerseits spielte natürlich eine Rolle, dass der unerwartete Wahlausgang für Ängste sorgte, die sich jedoch mit dem besonnenen Auftreten von Trump zerstreuten. Andererseits stiegen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf mehr als zwei Prozent und eröffnen damit eine echte Anlage-Alternative zum Edelmetall. So ist es nicht verwunderlich, dass die ETF-Zuflüsse in Gold zurückgegangen sind. Allerdings waren vor allem Futures in einem Volumen gehandelt, das einer Jahresproduktion der Goldminen entspricht: 2.705 Tonnen. Insgesamt ist der Preisrückgang in Gold nicht nachzuvollziehen, denn unter dem Strich steht noch gar nicht fest, welche Richtung der 45. US-Präsident einschlagen wird – ein erneuter Goldpreisanstieg ist also wahrscheinlich.