Aktueller Goldkurs

16.01.18, 14:50 Uhr (GMT)

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Goldpreis zwischen Zinsanhebungsdruck und Auftrieb durch schwachen US-Dollar

Inwieweit sich die angekündigten US-Zinserhöhungen durch die FED auf den Goldpreis auswirken, darüber streiten sich die Geister: Sehen die einen die Angelegenheit schon eingepreist, verweisen andere auf den deutlich engeren Zusammenhang mit der US-Währung. Fakt ist, der Goldpreis kämpft wieder um die 1.300 US-Dollar je Feinunze.

Eine Frage der Einflüsse – Goldpreis gibt (zunächst) nach

Zwei Zinserhöhungen sollten nach Ansicht der Experten von Fed Fund Futures bereits eingepreist sein, auch wenn noch abzuwarten ist, ob die FED ihren Worten überhaupt Taten folgen lässt. Ein Blick nach Spanien ist aktuell wohl wichtiger – zumindest für die Goldpreis in Euro: Ein Ultimatum, das die spanische Regierung der katalanischen Regionalregierung gestellt hatte, ist heute ohne Reaktion abgelaufen. Kataloniens Regionalpräsident Puigdemont sollte demnach erklären, dass er mit seiner Rede in der letzten Woche keine Unabhängigkeitserklärung abgegeben hat. Als Konsequenz könnte die Zentralregierung die Befugnisse der Regionalregierung ebenso beschneiden wie die Autonomierechte für die gesamte Region.

Aber auch an einer anderen Ecke der EU bleibt es unruhig, der sich kaum vorwärts bewegende Brexit beschäftigt heute einen EU-Gipfel in Brüssel. Die unklare Situation sorgt für Verunsicherung auf den Märkten – Gold könnte demnach wieder in den Fokus rücken. Die Schweiz meldet dann auch für den September einen Gold-Export von 148,4 Tonnen, wobei nur 41,4 Tonnen davon nach Hongkong, China und Indien gingen. Angesichts der in Indien beginnenden Feiertagssaison mag die seit 2014 niedrigste Menge verwundern, offenbar sind andere Länder als Lieferanten eingesprungen.

Zinsen oder US-Dollar – was ist für den Goldpreis relevant?

Die Statistik belegt, dass sich Zinssteigerungen weniger auf den Goldpreis auswirken, als dies für die US-Währung gilt – so wirbelt die Bank Macquarie die gängigen Theorien durcheinander. Demnach stützen langfristige Betrachtungen die Theorie, dass ein starker US-Dollar den Goldpreis schwächt – und umgedreht. Vor diesem Hintergrund sehen die Experten der australischen Bank den Goldpreis im nächsten Jahr bei 1.400 US-Dollar je Feinunze. Einerseits sehen Sie eine Schwäche der US-Wirtschaft, zumal sie dem US-Präsidenten Trump nicht zutrauen, hier entscheidende Impulse zu setzen. Im Zusammenspiel mit den geplanten Zinsanhebungen dürfte es demnach schwer für den Greenback werden – der weiter gegenüber dem Euro, aber auch den Währungen der aufstrebenden Schwellenländer abwerten würde. Gleichzeitig verweist die Macquarie-Studie auf die zunehmenden geopolitischen Risiken, die naturgemäß zu einer höheren Goldnachfrage führen würden. Ob dies nun zu optimistisch formuliert ist, muss sich in Zukunft zeigen. Ganz von der Hand zu weisen sind weder die statistischen Erhebungen noch die Schlussfolgerungen – Goldinvestoren sollten die Nachrichten und den Goldpreis im Blick behalten.