Aktueller Goldkurs

13.07.18, 22:57 Uhr (GMT)

1.067 Euro | 1.242 USD

Goldpreis zwischen Zinsanhebung und EZB-Aufkaufprogramm

Widersprüchliche Impulse ließen den Goldpreis in den letzten Tagen zwischen 1.072 und 1.050 US-Dollar für die Feinunze pendeln – ohne einen eindeutigen Trend auszubilden. Allerdings eröffnet ein Blick zurück, nämlich auf eine ähnliche Situation in den Jahren 1979/1980, auch ganz überraschende Perspektiven.

FED und EZB treiben Gold auf und ab

Auch wenn es noch etwas an Kaffeesatzleserei erinnert, verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die FED noch in diesem Monat die Zinsen anheben könnte – nur ein wenig, aber immerhin. Selbst auf die kleinsten Andeutungen hin reagierten die Märkte, der US-Dollar drückte den Euro auf 1,05 – die prophezeite Parität der Währungen schien in greifbare Nähe zu rücken. Zunächst, denn dann holte Mario Draghi aus und verlängerte das Anleihe-Kaufprogramm der EZB. Die Folge war ein Erstarken der Gemeinschaftswährung, die aktuell wieder bei 1,09 im Verhältnis zum US-Dollar notiert. Gleichzeitig schickte er den DAX auf Talfahrt – und half Gold, sich von den zwischenzeitlich nach unten durchbrochenen 1.050 US-Dollar für die Feinunze auf über 1.060 US-Dollar zu erholen. Da eine ganze Reihe von Experten davon ausgeht, dass der US-Dollar die mögliche Zinsanhebung schon eingepreist hat, könnte auch für Gold der Boden gefestigt sein.

Die Charts – wichtige Eckdaten für den Goldpreis

Kritisch wird es für das Edelmetall, wenn neue Tiefs bei 1.045 und 1.040 US-Dollar für die Feinunze markiert würden. Allerdings sieht es aktuell eher nach Erholung aus, die kritische Phase zwischen 1.060 und 1.065 US-Dollar je Feinunze wird derzeit umkämpft. Kann sich der Goldpreis wieder auf über 1.075 US-Dollar für die Feinunze bewegen, steht einem weiteren Anstieg nicht viel im Wege. Die nächsten Widerstände wären dann bei 1.088 US-Dollar und 1.100 US-Dollar zu erwarten.

Parallelen zu 1979/1980 – was machen die Anleihen?

Einige Rohstoffexperten haben sich mit einer Situation befasst, der die heutige so frappierend ähnelt: Die wahrscheinliche Zinswende könnte für den Anleihe-Markt einen Kursverfall mit sich bringen – und eine Baisse auslösen. 1979/1980 konnte Gold von einer derartigen Konstellation profitieren und in erheblichem Maße zulegen, denn Anleihe-Investoren schichteten ihr Kapital in das Edelmetall um und sorgten so für den historisch größten Anstieg im Goldpreis. Es bleibt nun abzuwarten, wie zum einen die FED weiterhin agieren, zum anderen natürlich, wann die enorme Anleihe-Blase platzen wird. Zumindest eröffnet sich das Potenzial, dass die steigenden Zinsen wider jede Logik dem Edelmetall auf die Sprünge helfen könnten – die EZB hat das ihre bereits dafür getan.