Aktueller Goldkurs

17.01.18, 08:17 Uhr (GMT)

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Goldpreis zieht an: Gute Aussichten für 2018?

Nach den knapp 1.360 US-Dollar für die Feinunze von Anfang September sackte der Goldpreis kräftig durch, bevor er in der zweiten Dezemberhälfte wieder an Stärke gewinnen konnte. Nun sind die 1.300 US-Dollar je Feinunze wieder in Schlagdistanz – was ist also für das kommende Jahr zu erwarten?

Versöhnlicher Abschluss eines durchwachsenen Gold-Jahres

Unter dem Strich war das Jahr 2017 gar nicht so schlecht, immerhin schaffte es das Edelmetall von rund 1.150 US-Dollar für die Feinunze auf knapp 1.300 US-Dollar je Feinunze – und bewegt sich damit deutlich im Plus. Allerdings bleiben die Höchstpreise aus dem Jahr 2011 in weiter Ferne, spielen doch eine ganze Reihe von Faktoren wichtige Rollen. Einerseits wirkte sich der Aktien-Boom negativ auf den Goldpreis aus, Anleger sahen hier vollkommen zu Recht die größeren Renditechancen. Sollten die hohen Bewertungen korrigieren, eröffnet sich ein interessantes Potenzial für Gold.

Andererseits wirkt sich die Geldpolitik der Zentralbanken auf den Goldpreis aus. Experten erwarten eine Drosselung – und zwar sowohl bei der EZB als auch bei der FED, die die Reduzierung ihrer Bilanz um bis zu 2,5 Billionen US-Dollar bereits für die nächsten Jahre angekündigt hat. Gleichzeitig sollen die Zinsen angehoben werden. Werden diese Schritte insbesondere mit Blick auf die Inflation behutsam umgesetzt, steht dem Preisanstieg für Gold nichts im Wege.

Stärkere Nachfrage für physisches Gold erwartet

Das Jahr 2017 könnte einen Tiefpunkt in puncto Goldbarren und Münzen markieren, zum Beispiel dürfte der Ankauf durch die Zentralbanken nur rund 370 Tonnen umfassen. Zum Vergleich: 2013 bezogen diese noch 650 Tonnen. Für das kommende Jahr erwarten Experten vor allem China als aktiven Käufer, aber auch die Notenbanken anderer Schwellenländer wie Kasachstan oder die Türkei. Der indische Markt war ebenso von staatlichen Regulierungen betroffen wie der russische, der mit einer Mehrwertsteuer von 18 Prozent für Goldbarren zu kämpfen hatte. Für den deutschen Markt, der immerhin der drittgrößte für Münzen und Barren ist, hellt sich die Stimmung dank boomender Wirtschaft auf.

So erwarten die Experten Ende des kommenden Jahres einen Preis um 1.350 US-Dollar je Feinunze, für Ende 2019 sogar rund 1.500 US-Dollar für die Feinunze – insbesondere im Westen könnte die Nachfrage angesichts politischer Unsicherheiten und geopolitischer Krisen steigen. Alles in allem stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich der sukzessive Anstieg des Goldpreises in den kommenden Jahren fortsetzt, die Entwicklung der letzten Tage deutet bereits eine schöne Erholung an. Es ist also angerichtet, Gold-Anleger dürfen positiv ins neue Jahr blicken.