Aktueller Goldkurs

17.02.17, 22:59 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Widersprüchliche Signale setzen Edelmetall unter Druck

Es gab einen deutlichen Rutsch auf bis zu 1.304 US-Dollar je Feinunze Gold, was den zunächst guten Wirtschaftsdaten in den USA geschuldet war. Allerdings deuten jüngste Informationen eine ganz andere Situation an, die anstehenden Arbeitslosenzahlen dürften das Zünglein an der Waage werden.

Gold im Sog der Konjunkturdaten

Der August war kein guter Monat für das Edelmetall, nach einer schönen Erholung setzte nun eine Abwärtsbewegung ein, die rund drei Prozent umfasste. Ausschlaggebend waren vor allem die positiven US-Wirtschaftsdaten, die die Erwartungen in Bezug auf eine Zinsanhebung durch die FED, die sich bislang allerdings sehr vage ausdrückte, erneut befeuerten – bis die Erhebung zum Einkaufsmanagerindex ISM veröffentlicht wurde. Dieser ist aktuell nämlich unter die wichtige Marke von 50 Punkten gerutscht, die Stimmung in der US-amerikanischen Industrie hat sich ganz offensichtlich gedreht. Nun wird ein Schrumpfen der Industrieproduktion erwartet, was natürlich auch die FED wiederum bremsen dürfte. Diese widersprüchliche Situation wird wohl erst mit den neuen Arbeitsmarktzahlen eine Auflösung finden, auch wenn die statistischen Erhebungen immer mit Vorsicht betrachtet werden müssen.

Zinspolitik mit direkten Auswirkungen auf Goldpreis

Investments in Gold und andere Edelmetalle werfen per se keine Zinsen ab und stehen somit in direkter Konkurrenz mit verzinsten Geldanlagen. Nun sind diese aktuell dünn gesät, die extreme Niedrigzinspolitik wirft ganz eigene Probleme auf. Jede Verschiebung dieser Situation in Richtung Zinsanhebung würde Edelmetalle weniger attraktiv machen. Auch wenn sich Janet Yellen bislang nicht zu eindeutigen Aussagen hinreißen ließ, wirkt sich jede ihrer Regungen oder Andeutungen auf die Märkte aus.

Ein weiterer Impuls in Richtung Konsolidierung im Goldpreis ist das immer wieder zu verzeichnende Phänomen, dass selbst die größten Krisen oder Konflikte im Laufe der Zeit ihren Schrecken verlieren: Wurde zunächst Gold gekauft, um das Vermögen in unsicheren Zeiten in Sicherheit zu bringen und passiert dann “nichts Dramatisches”, setzt eine Art von Gewöhnung ein. Die Folge: Positionen werden wieder aufgelöst. Insbesondere bei den ETFs lässt sich diese Entwicklung nachvollziehen: Im August verzeichnete beispielsweise der SPDR Gold Trusteinen Zuwachs von nur 13,7 Tonnen – so wenig waren es zuletzt im April.

Charts belegen intakten Aufwärtstrend in Gold

Auch wenn der Verkaufsdruck bei aktuell 1.313 US-Dollar für die Feinunze hoch ist, funktioniert doch auch die Unterstützung. Bislang bewegt sich das Edelmetall stabil über 1.300 US-Dollar und damit in einem Kanal, der zum großen Aufwärtstrend passt. Für Investoren heißt das: Sie könnten hier eine echte Möglichkeit zum Einstieg vorfinden, denn eine Zinsanhebung vor der Präsidentschaftswahl ist mehr als unwahrscheinlich.